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14.06.2007
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Klimawandel
"Verzicht ist keine Lösung"

Von Simon Hage

Nur eine technologische Revolution kann die Gefahren des Klimawandels begrenzen, sagt Anders Levermann. Der Experte des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung erklärt im Gespräch mit manager-magazin.de, wie sich die Energieversorgung komplett umstellen ließe - und warum es bedrohlich ist, wenn in der Sahara plötzlich Gras wächst.

mm.de: Herr Professor Levermann, wir erleben derzeit ein unglaublich heißes Frühjahr, 30 Grad und mehr im Juni. Müssen wir uns jetzt dauerhaft auf solche Temperaturen einstellen?

  Anders Levermann  ist seit Oktober 2006 Juniorprofessor am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Sein Lehr- und Forschungsbereich ist die Modellierung des Klimasystems auf langen Zeitskalen. Der 34-Jährige hat Mathematik und Physik in Marburg, Berlin und Kiel studiert. Im Rahmen verschiedener Projekte forschte Levermann auch in Mexiko, China, Israel, den USA und Schweden. Als Berater ist er unter anderem für das Umweltministerium in Belgien, diverse diplomatische Vertretungen in Deutschland, politische Parteien und Energieverbände tätig.
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Anders Levermann ist seit Oktober 2006 Juniorprofessor am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Sein Lehr- und Forschungsbereich ist die Modellierung des Klimasystems auf langen Zeitskalen. Der 34-Jährige hat Mathematik und Physik in Marburg, Berlin und Kiel studiert. Im Rahmen verschiedener Projekte forschte Levermann auch in Mexiko, China, Israel, den USA und Schweden. Als Berater ist er unter anderem für das Umweltministerium in Belgien, diverse diplomatische Vertretungen in Deutschland, politische Parteien und Energieverbände tätig.

Levermann: Man kann nie einzelne Ereignisse wie ein heißes Frühjahr nur auf den Klimawandel zurückführen. Die Zukunftsprognosen der Klimaforschung beziehen sich hauptsächlich auf Mittelwerte. Man kann aber beispielsweise Aussagen über den "durchschnittlichen Frühling" oder den "durchschnittlichen Sommer" der Zukunft machen.

In Bezug auf den extrem heißen europäischen Sommer im Jahr 2003 hat man festgestellt, dass solche Situationen in zehn bis 20 Jahren zum Regelfall werden. In 50 Jahren wird man den Sommer 2003 rückblickend sogar als ungewöhnlich kalt empfinden.

mm.de: Welche unmittelbaren Folgen hat die Erderwärmung?

Levermann: Bis zum Ende dieses Jahrhunderts erwarten wir einen Anstieg des Meeresspiegels im Bereich von einem halben bis einem Meter. Doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Bei drei Grad globaler Erwärmung werden wir auf lange Sicht sogar einen Anstieg von 30 bis 50 Metern bekommen. Was tatsächlich geschieht, hängt stark davon ab, wie wir künftig politisch und ökonomisch handeln, für welchen Temperaturanstieg wir uns sozusagen entscheiden.

mm.de: Die warmen Frühjahrsmonate sind hierzulande bislang recht angenehm. Hat der Klimawandel nicht auch Vorteile - gerade für Deutschland?

Levermann: Laut einer Studie unseres Instituts hat sich tatsächlich die Situation für Weinbaugebiete in Deutschland verbessert. Klimaveränderungen sind aber generell problematisch - insbesondere, wenn sie zu schnell geschehen. Die Gesellschaft, die Wirtschaft und auch die Biosphäre brauchen im Allgemeinen Zeit, um sich auf Veränderungen einzustellen.

Außerdem sind selbst vermeintlich positive Veränderungen wie zum Beispiel eine mögliche Wiederbegrünung der Sahara oft mit unvorhersehbaren Nebenwirkungen behaftet. Der Staub der Sahara ist ein wichtiger Nährstofflieferant für das marine Ökosystem im Atlantik und sogar für den Amazons-Regenwald. Dieses System gerät aus dem Gleichgewicht, wenn in der Wüste plötzlich Gras wächst.

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