Montag, 24. September 2018

Klimawandel "Verzicht ist keine Lösung"

3. Teil: Windkraft für alle

mm.de: Ist ein solches Szenario realistisch?

Wind statt Kohlekraft: "Wir brauchen ein europaweites Stromnetz"
Levermann: Gewiss. Eine Studie der Universität Kassel hat ergeben, dass man ganz Europa vollständig mit Strom aus Windenergie versorgen könnte. Dazu bräuchten wir ein europaweites Stromnetz, sodass regionale Schwankungen ausgeglichen werden können. Zur Absicherung müssten die Wasserkraftwerke in Norwegen miteinbezogen werden. Trotz des Transportweges, so haben die Autoren der Studie errechnet, wären die Energiepreise durchaus wettbewerbsfähig.

Keiner sagt zwar, dass wir künftig nur auf eine Energieform wie die Windkraft setzen müssen. Es ist aber interessant, dass es wirtschaftlich und technologisch möglich wäre.

mm.de: Die Energiewirtschaft wird häufig als größter CO2-Sünder genannt. Aber daneben haben wir noch zahlreiche andere CO2-Emittenten. Die Autos beispielsweise. Gibt es auch hier Lösungsansätze?

Levermann: Einige Mineralölfirmen arbeiten intensiv daran, Biodiesel der zweiten Generation zu produzieren. Biodiesel der ersten Generation gibt es bereits - Kraftstoff, der beispielsweise aus Raps gewonnen wird. Allerdings konkurriert diese Erzeugungsweise direkt mit der Nahrungsmittelproduktion und ist deshalb kein Zukunftsmodell. Für die Produktion von Biodiesel der zweiten Generation werden hingegen Bioabfälle verwendet, die ohnehin anfallen. Die entsprechenden Forschungsansätze bestehen bereits – der Weg ist klar.

mm.de: Können wir in Zukunft immer noch guten Gewissens mit 200 Stundenkilometern über die Autobahn sausen und zum Kurzurlaub nach Mallorca fliegen?

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