Düsseldorf - Eon will tausende Stellen streichen, aber weitgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen. Auf einen entsprechenden Tarifvertrag hat sich Deutschlands größter Energiekonzern mit den Gewerkschaften Verdi und IG BCE geeinigt. Demnach sollen weltweit 11.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon allein in Deutschland rund 6000.
Durch diese Schrumpfkur sollen die Kosten bis zum Jahr 2015 auf insgesamt 9,5 Milliarden Euro gesenkt werden. So soll Spielraum für Investitionen unter anderem in erneuerbare Energien entstehen.
Dass Eon einen Stellenabbau in diesem Umfang plant, ist bereits seit Ende November vergangenen Jahres bekannt. Durch die Einigung mit den Gewerkschaften können die Pläne nun umgesetzt werden. Die Vereinbarung sieht Vorruhestandsregelungen, Abfindungen, die Gründung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft sowie die Einrichtung einer Transfergesellschaft vor. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis 2016.
Ziel sei vor allem, die Mitarbeiter zu qualifizieren und in neue Beschäftigung zu bringen, teilte der Konzern mit. "Mit dieser Einigung ist es gelungen, den vom Personalabbau betroffenen deutschen Kolleginnen und Kollegen ein hohes Maß an sozialer Sicherheit und Zukunftsperspektiven zu geben", sagte Erhard Ott, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand.
München stark betroffen
Besonders betroffen vom Stellenabbau ist auch die Stadt München: Bis Sommer 2012 gibt der Konzern etwa die Tochterfirma E.on Energie in München auf. Das bestätigte Martin Cegla, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von E.on Energie. Bei E.on Energie arbeiten rund 400 Beschäftigte.
Insgesamt könnte München wegen der Verlagerung und dem Stellenabbau auch in anderen Konzernteilen 1000 bis 1500 Stellen verlieren: Der Konzern beschäftigt in der bayerischen Landeshauptstadt aktuell rund 2500 Mitarbeiter.
Eon
leidet unter anderem unter dem Atomausstieg, der bis 2022 die Abschaltung aller AKW in Deutschland vorsieht. Dagegen hat der Konzern Verfassungsklage eingereicht und hofft auf Milliardenentschädigungen vom Bund. Nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 hatte Eon in Deutschland zwei ältere Atommeiler stilllegen müssen. Die Klage in Karlsruhe richte sich ausdrücklich nicht gegen die Energiewende, hatte das Unternehmen betont. Auch das schwächelnde Geschäft mit Gas sorgt für schlechte Zahlen bei Eon. Der Energieriese plant Investitionen in Milliardenhöhe in den Ausbau der erneuerbaren Energien.
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