Frankfurt - Es dürfte ein Schock für die Belegschaft sein: Der Energiekonzern RWE will in den kommenden Jahren bis zu 8000 der insgesamt 72.000 Stellen streichen. Das berichten die "Rheinische Post" und die Nachrichtenagentur Reuters aus Konzernkreisen.
Etwa die Hälfte der von dem Abbau betroffenen Mitarbeiter könnte durch den geplanten Verkauf von Unternehmensteilen ausscheiden. "Es wird einen Stellenabbau geben", sagte ein RWE
-Sprecher gegenüber Reuters, ohne eine Zahl zu nennen. Dabei handele es sich um bereits bekannte Maßnahmen, über die das Management mit den Gewerkschaften im Gespräch sei.
Hierzu gehöre unter anderem die Schließung des Atomkraftwerks Biblis, nachdem die Bundesregierung im Sommer den Atomausstieg beschlossen hat. Darüber hinaus würden alte Kohlekraftwerke durch neue Anlagen ersetzt, zu deren Steuerung weniger Personal benötigt werde. Zudem baue RWE sein England-Geschäft um. Weitere Maßnahmen gebe es in Osteuropa.
Der Sprecher betonte, dass der Stellenabbau sozialverträglich umgesetzt werden solle. In Deutschland sind bei dem Konzern betriebsbedingte Kündigungen nach einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern ohnehin bis Ende 2012 ausgeschlossen.
Vorstandschef Jürgen Großmann hat angekündigt, den durch die Atomwende und das schwächelnde Gasgeschäft unter Druck geratenen Versorger durch den Verkauf von Geschäftsbereichen neu aufzustellen. Bis Ende 2013 will Großmann Geschäfte im Volumen von bis zu elf Milliarden Euro abstoßen, um mit den Einnahmen auch die milliardenschwere Schuldlast zu drücken.
Eon stößt bulgarisches Tochterunternehmen ab
Beim Düsseldorfer Konkurrenten Eon
sorgt seit Monaten ein geplanter Stellenabbau für Unruhe. Vorstandschef Johannes Teyssen will bis zu 11.000 der weltweit rund 80.000 Jobs kürzen. Den Gewerkschaften zufolge könnten alleine in Deutschland 6500 Mitarbeiter betroffen sein.
Im Gegensatz zu RWE schließt Eon betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich nicht aus und hat erklärt, das Ausscheiden von Mitarbeitern durch den geplanten Verkauf von Unternehmensteilen sei in die genannte Zahl nicht einberechnet. Die bulgarische Tochter Eon Bulgaria übernimmt für rund 133 Millionen Euro nun der tschechische Energieversorger Energo-Pro, wie der Konzern in der Nacht zum Samstag mitteilte.
mh/Reuters
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