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20.10.2011
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US-Solarmarkt

Pleitewelle könnte deutschen Firmen helfen

Aus New York berichtet Christine Mattauch

Sonnenuntergang: Der Verdrängungswettbewerb in der Solarbranche ist in vollem Gang
NASA/ Martin Stojanovski

Sonnenuntergang: Der Verdrängungswettbewerb in der Solarbranche ist in vollem Gang

In den USA sind dieses Jahr schon vier große Solarunternehmen in die Pleite geschlittert. Die Insolvenzen könnten der Branche helfen, endlich den Durchbruch zu schaffen. Konzerne wie GE und Siemens stecken ihr Terrain bereits ab.

New York - Solyndra pleite, Evergreen Solar in Gläubigerschutz, Stirling Energy bankrott. Für die amerikanische Solarbranche scheint in diesem Herbst die Akopalypse nah. "Es ist nur realistisch anzunehmen, dass wir einen Kollaps sämtlicher Photovoltaik-Hersteller in Amerika erleben werden", warnt Darrell Issa, republikanischer Abgeordneter aus Kalifornien.

Deutsche Produzenten passen ins Bild: Die Berliner Solon Chart zeigen schloss ihr Werk in Tucson, die Frankfurter Solarworld Chart zeigen eine Produktion im kalifornischen Camarillo.

Experten werten die Schreckensnachrichten allerdings keineswegs als Zeichen des Niedergangs - im Gegenteil. Sie sehen die Konsolidierung als Ausdruck einer seit langem überfälligen Marktbereinigung - so auch der CEO des US-Solarunternehmens Sunpower Tom Werner im Gespräch mit manager magazin Online.

Die Marktbereinigung wiederum ist Voraussetzung dafür, dass der Solarenergie in den USA der Durchbruch gelingt. "Die Branche wird kräftig durchgeschüttelt, aber das Positive ist, dass Solarenergie auch aus Sicht privater Investoren endlich marktfähig wird", sagt Prof. Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Während schwache Unternehmen ausscheiden, steigen Finanziers mit langem Atem jetzt in Projekte ein, die sie für zukunftsfähig halten.

Die Solarergie macht in den USA nur rund einem Prozent aus

Schon seit Jahren wartet die Solarindustrie darauf, dass der riesige US-Markt sein Potenzial entfaltet - der Anteil der Sonnenergie liegt dort erst bei rund einem Prozent. Viele deutsche Hersteller haben Kapazitäten in Amerika aufgebaut, etwa Solarworld und Schott.

Eine Einspeisevergütung wie in Deutschland gibt es zwar nicht. Doch insbesondere in den Sonnenstaaten wie Kalifornien und Arizona ist das Klima günstig, und viele dieser Staaten fördern erneuerbare Energien, etwa indem sie Kraftwerksbetreibern langfristige Abnahmevorschriften machen. Die Bundesregierung in Washington flankiert dies mit Bürgschaften und großzügigen Investitionszuschüssen von bis zu 30 Prozent.

Der Erfolg: In den vergangenen fünf Jahren ist die Kapazität der neuen Fotovoltaik-Installationen enorm gewachsen; allein von 2009 auf 2010 verdoppelte sie sich. Auch große thermische Solarkraftwerke (CSP) sind geplant. Das kalifornische Unternehmen SolarReserve beispielsweise baut in der Wüste von Nevada "Crescent Dunes", mit 110 Megawatt das größte CSP-Kraftwerk der USA. Martin Schulz, für Photovoltaik zuständiger Siemens-Vice President, sagt: "Die USA hat mit einer Projekt-Pipeline von mehr als 20 Gigawatt mittelfristig das Potenzial, zum größten Solarland der Welt zu werden."

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