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02.05.2010
 

AKW-Laufzeiten

RWE will Eon Zeit abkaufen

Mit allen Mitteln stemmt sich RWE gegen das vertraglich vereinbarte Aus für seinen Altmeiler Biblis A. Damit das Atomkraftwerk länger am Netz bleiben kann, will der Konzern Laufzeitansprüche von Eon kaufen. Der schwarz-gelbe Ausstieg aus dem Ausstieg könnte für Biblis zu spät kommen.

Hamburg - Der Stromkonzern RWE Chart zeigen will nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL die Laufzeit seines ältesten Atommeilers Biblis A in Hessen aufstocken. Mit dem Konkurrenten Eon Chart zeigen liefen Verhandlungen über eine Übertragung noch offener Restlaufzeiten aus dem 2003 vorzeitig stillgelegten Atomkraftwerks in Stade.

Atomkraftwerk Biblis: Nach dem geltenden Gesetz zum Atomausstieg muss der Meiler A als nächster abgeschaltet werden
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AP

Atomkraftwerk Biblis: Nach dem geltenden Gesetz zum Atomausstieg muss der Meiler A als nächster abgeschaltet werden

In der vergangenen Woche habe Eon dafür ein "letztes, nicht mehr verhandelbares" Angebot gemacht. Allerdings lagen die Preisvorstellungen der beiden Konzerne demnach in den vergangenen Monaten weit auseinander. Mit dem neuen Angebot scheint Eon sich den RWE-Vorstellungen angenähert zu haben. Ein Abschluss sei in den nächsten zwei bis drei Wochen möglich.

Hintergrund ist die auslaufende Betriebsgenehmigung des ältesten noch produzierenden Atomkraftwerks in der Republik. Ein genereller Beschluss der Bundesregierung über die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke werde erst für Herbst erwartet und könnte für Biblis A zu spät kommen. Ohne die Übertragung der "Fremdlaufzeiten" müsste der RWE-Meiler möglicherweise in den nächsten Monaten vom Netz gehen, hieß es.

Die SPD-Fraktion im hessischen Landtag kritisierte den Vorstoß: "RWE sucht immer wieder nach Wegen, um den Atomkonsens zu umgehen und die Laufzeiten des störanfälligen Atommeilers verlängern. Aber Irrweg bleibt Irrweg", erklärte der Abgeordnete Norbert Schmitt am Sonntag in Wiesbaden. Er erinnerte an den früheren Versuch von RWE, Reststrommengen des stillgelegten Kraftwerks Mülheim-Kärlich auf Biblis zu übertragen, was vom Bundesumweltminister verhindert worden sei.

Der Block A läuft derzeit ohnehin nur mit halber Kraft, um die genehmigte Restmenge nicht vorschnell zu erreichen, wie RWE bereits früher bestätigt hat. Biblis A war erst im März nach einjähriger Pause wieder in Betrieb gegangen. In dem Jahr waren Brennstäbe ausgewechselt und die Sicherheit verbessert worden. Biblis A ist seit 1974 am Netz. Der zwei Jahre jüngere Block Biblis B soll dagegen weiterhin mit normaler Leistung Strom produzieren.

manager magazin mit Material von dpa-afx

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