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02.05.2010
 

Deepwater Horizon

Ölteppich verdreifacht sich

Der Ölteppich im Golf von Mexiko nimmt immer gewaltigere Ausmaße an. Ein Ende ist dabei nicht abzusehen, da das Öl weiter ungehindert aus dem Bohrloch der untergegangenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" strömt. Die betroffenen Staaten wollen den Betreiber BP verklagen, Schifffahrt und Tourismus sind bedroht.

Venice (Louisiana) - Zwar erreichte bis Sonntag nur wenig Öl die Küste, angesichts des immer weiter wachsenden Ölteppichs machte sich bei den Menschen an der Küste von Louisiana aber Verzweiflung breit. Sie sehen ihre Lebensgrundlagen in Gefahr. US-Präsident Barack Obama wollte sich selbst ein Bild von der Lage machen.

Bohrinsel im Golf von Mexiko: Das Zentrum der US-Energieversorgung
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Getty Images

Bohrinsel im Golf von Mexiko: Das Zentrum der US-Energieversorgung

Alle Versuche, das austretende Öl irgendwie aufzuhalten, damit es nicht die Küste erreicht, blieben weiter erfolglos. "Mutter Natur ist nicht wirklich freundlich", sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano. Wegen der widrigen Wetterbedingungen könne das Öl derzeit nicht auf dem Meer abgebrannt oder abgeschöpft werden. Flugzeuge, die Chemikalien zur Zersetzung des Öls abwerfen sollten, mussten ebenfalls am Boden bleiben. "Wir haben starken Wind und hohe Wellen. Das sind schwierige Bedingungen", sagte der Sprecher der US-Fischereibehörde, Tom McKenzie, am Samstag.

Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, kritisierte den Ölkonzern BP Chart zeigen, weil dieser nach seinen Angaben noch immer kein Konzept für den Schutz der Küste vorgelegt hat. Entsprechende Pläne habe er bereits vor mehr als einer Woche angefordert, Jindal am Samstag. Der Ölteppich "bedroht buchstäblich unsere Lebensweise", erklärte er. Jindal wollte am Sonntag gemeinsam mit Obama in das betroffene Gebiet reisen.

Damit grassiert an der Golfküste immer stärker die Angst vor einer Katastrophe mit schweren wirtschaftlichen Folgen. Nicht nur, dass die Golfküste Amerikas reichste Ausbeute an Shrimps und Austern bietet: Viele Menschen in den bedrohten Anliegerstaaten von Texas bis Florida leben vom Tourismus. Die Hoffnungen konzentrierten sich darauf, dass Obama vor Ort feste Zusagen für rasche wirtschaftliche Hilfen macht.

Am Sonntag hatten sich weitere dünne Ausläufer des Ölteppichs in die Kanäle zwischen kleinen Inseln vor der Küste Louisianas geschlichen. Die Hauptgefahr geht aber von den schweren verklumpten Ölflecken aus, die noch Kilometer entfernt draußen auf dem Meer schwimmen.

Die Ölpest im Golf von Mexiko könnte nach Einschätzung von Experten die wichtigsten Schifffahrtsrouten in der Region blockieren. Die InvestmentbankGoldman Sachs warnte am Freitag ihre Kunden, dass der Ölteppich den Öltransport behindern könne. Der weltgrößte Ölkonsument USA droht damit von Importen des dringend benötigten Rohstoffes abgeschnitten zu werden. Über den Golf von Mexiko und die Golfküste verlaufen die wichtigsten Schiffsrouten zur Beförderung von Rohöl, Raffinerieprodukten wie Benzin und Diesel sowie Getreide. Rund ein Viertel der US-Ölproduktion und 15 Prozent der Erdgasproduktion des Landes stammen aus Bohrinseln im Golf von Mexiko.

Bislang hat die Ölkatastrophe den Schiffsverkehr kaum beeinträchtigt. Abhängig vom Wetter könnte sich der Ölteppich aber auch weiter westlich ausbreiten und damit näher an die wichtigste Öl-Raffinerie-Region der USA heranrücken. Die Hafenbehörde Alabamas wies bereits darauf hin, dass der Schiffsverkehr in der Region deutlich gebremst würde, wenn die Frachter durch den Ölteppich navigiert würden. In diesem Fall ist eine umfangreiche und zeitraubende Reinigung der Schiffe notwendig.

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