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30.03.2010
 

Ölmarkt

Langer Abschied vom billigen Sprit

Von Arvid Kaiser

Bei allem Auf und Ab kennt der Ölpreis langfristig nur eine Richtung: nach oben. Experten erwarten, dass die weltweite Förderung in den kommenden Jahren abnimmt, während die Nachfrage wieder wächst. Die Menschheit muss mit der Endlichkeit der Ressource leben - möglicherweise mit drastischen Konsequenzen.

Hamburg - Diesmal ist wirklich alles anders. Der Ölpreis Chart zeigen verdoppelte sich im vergangenen Jahr und notiert jetzt nahe 80 Dollar pro Fass, höher als im Vorkrisenjahr 2007 - "trotz voller Lager und der wirtschaftlichen Erholung voraus", wundert sich Ökonom Thomas Helbling vom Internationalen Währungsfonds. Nach früheren Wirtschaftskrisen sei der Preis meist noch in den Aufschwung hinein gefallen, maximal aber leicht gestiegen.

"Der Ölpreis ist eines der größten Risiken für die wirtschaftliche Gesundung", warnt Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA), eines Zusammenschlusses der westlichen Verbraucherländer. Für dieses Jahr erwartet er zwar keinen starken Anstieg mehr, doch langfristig auch keine Rückkehr zum billigen Öl. Die IEA nimmt als Basis für ihre Marktprognose einen Ölpreis von 100 Dollar im Jahr 2020 und 115 Dollar (ohne Inflation) im Jahr 2030 an.

"Schon in diesem Jahr könnte Öl sich 100 Dollar nähern", meint dagegen Rohstoffanalystin Amrita Sen von Barclays. "Die Weltwirtschaftskrise hat eine Klemme verschoben, aber nicht aufgehoben, die andernfalls jetzt schon wehtäte."

Ölpreisprognosen haben sich in der Vergangenheit regelmäßig als unzuverlässig erwiesen. Kurzfristig lässt sich die angebotene ebenso wie die nachgefragte Menge kaum verändern, dafür bewegt sich der Preis umso stärker. Relativ kleine Bewegungen von Angebot und Nachfrage können den Ölpreis schnell nach oben oder unten schicken. So kam es 2008 zum steilen Anstieg auf 150 Dollar und anschließenden Absturz unter 40 Dollar.

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