Von Arvid Kaiser
Im Oktober eröffnete die Solartochter Masdar PV ihr erstes Werk in Ichtershausen am Erfurter Kreuz. 140 Millionen Euro hat die Firma investiert und mit Baugrund und Infrastruktur bereits für eine Vervierfachung der Kapazität vorgesorgt. Wegen der aktuellen Pläne für eine Kürzung der Solarsubvention droht nun jedoch der deutsche Firmenchef Rainer Gegenwart: "Sollte dieses Vorhaben umgesetzt werden, dann werden viele Solarproduzenten - auch Masdar PV - die Pläne für weitere Investitionen in Deutschland nochmals überdenken."
Bescheidener Anfang: Solarzellen-Testanlage auf der Baustelle von Masdar City
"Das ist keine große Kunst, denn es gibt ja nur wenige große", meint allerdings Branchenanalyst Wolfgang Seeliger von der Landesbank Baden-Württemberg. Im Unterschied zur kristallinen Siliziumtechnik setzen nur wenige Solarfirmen auf die Dünnschichttechnik, der amerikanische Marktführer First Solar
dominiert laut Seeliger mit "konkurrenzlos niedrigen Kosten" - genau dort war Masdar-Mann Gegenwart früher Geschäftsführer der deutschen Tochter.
"Ich halte die Silizium-Dünnschichttechnik nicht für die Methode der Wahl", urteilt Seeliger. Die Herstellungskosten der Module seien zwar gering und die Energieausbeute stabil, dafür sei aber der Wirkungsgrad bezogen auf die installierte Fläche gering. Mit billigen und technisch ausgereiften chinesischen Modulen sei auf dem Massenmarkt damit kaum zu konkurrieren.
"Man muss schon groß sein und viel Kapital einsetzen, um von dieser Technik zu profitieren", urteilt der LBBW-Mann. Planungen in Richtung einer Solarfabrik mit einem Gigawatt Nennleistung, wie sie am Golf betrieben werden, seien daher jedoch folgerichtig. Masdar wolle wohl vor allem im Nahen Osten investieren. "Sie wollen die Module nicht verkaufen, sondern in die Wüste stellen, den Strom selbst verbrauchen und stattdessen mehr Öl exportieren", fasst Seeliger die Strategie zusammen. "Da gibt es viel Sonne, sie kennen sich mit Energie aus, das ergibt schon Sinn."
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