Von Arvid Kaiser
Hamburg - Eines Tages wird das Öl ausgehen. Die Herren von Abu Dhabi können im benachbarten Emirat Dubai beobachten, wie schwierig es ist, ohne das schwarze Gold im Wüstensand eine Oase des Wohlstands aufzubauen. Für sie selbst liegt dieser Tag aber noch fern. 13 Milliarden Tonnen Erdöl lagern nach offizieller Schätzung noch unter dem Wüstensand. Das dürfte bis zum Ende dieses Jahrhunderts reichen, während Dubai bald seinen letzten Tropfen verbraucht hat.
Auf lange Sicht reichen die Petrodollars aus, um Rettungsaktionen wie die jüngste für Dubai aus der Portokasse zu bezahlen und weltweit Milliardenbeträge in Konzerne zu stecken - von Citigroup
Dennoch will die Herrscherfamilie von Scheich Chalifa für die Zeit nach dem Öl vorsorgen. Besonders die von Kronprinz Mohammed bin Sajid al-Nahayan angeführte junge Garde des Emirats bereitet die grüne Wende vor. "Wir haben derzeit keinen Mangel an Energie, aber das wollen wir auch nie erleben", beschreibt Sultan Ahmed al-Jaber seine Aufgabe. "Wir denken über uns selbst hinaus." Der Sultan führt den Konzern Masdar, die strategisch wohl wichtigste Firma von Mohammeds Staatsfonds Mubadala.
Der arabische Name Masdar bedeutet "Quelle" oder "Ursprung". Der Konzern soll helfen, Abu Dhabi vom Technologieimporteur zum Technologieexporteur zu wandeln - und eine führende Rolle im Markt für erneuerbare Energien spielen. "Wir wollen zur Hauptquelle für die künftigen Energielösungen der Welt werden", verkündet Sultan al-Jaber. In dieser Woche leitet er in Abu Dhabi zum dritten Mal den Weltgipfel für Zukunftsenergie, das "Davos der erneuerbaren Energien" ("New York Times").
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