Von Carsten Gerhardt
Da ist die Wirtschaft weiter. In früheren Jahren oft genug zu Recht der Buhmann, hat sie den Klimaschutz längst zu ihrem Thema gemacht. Mehr noch: Während auf Klimaschutz-Großkonferenzen zäh um Prozentzahlen und Vergleichsjahre verhandelt wird, haben viele Vorstände längst die nötigen Maßnahmen eingeleitet sowie Ziele und Referenzjahre für sich definiert.
Die wichtigsten Verbündeten für den Klimaschutz, sie sitzen heute im Management vieler Unternehmen. Während sich der Blick der Öffentlichkeit insbesondere in diesem Jahr primär auf die Finanzbranche und ihre Bewältigung in der Vergangenheit eingegangener Risiken richtet, wirken die Klimaretter in der Industrie unbeirrt weiter.
Die Maßnahmen sind so bunt wie die Unternehmen selbst. Darunter sind Kleinigkeiten wie Wasserbegrenzer, die bereits heute helfen, täglich allein in Deutschland Millionen Liter Wasser zu sparen. Darunter sind große Umstellungen, so wie sich in vielen deutschen Betrieben die Ökostromquote bereits heute 100 Prozent nähert.
Dazu zählen aber vor allem die Produkte. Zum Beispiel Kühlschränke, die eben nicht nur der Energieffizienzklasse A genügen, sondern ein A+++ verdienen. Zum Beispiel all die Innovationen der erneuerbaren Energien. Zum Beispiel all die hoch entwickelten Techniken, die aus einem einfachen Neubau ein energiesparendes Passivhaus machen.
Niemand muss fürchten, dass dies nur eine Mode ist, denn die Unternehmen handeln so aus ihrem eigenen Interesse. Greentech, das ist spätestens seit der jüngsten Rohstoffkrise klar, ist die zentrale Möglichkeit, nachhaltig neue Märkte zu erschließen.
Daher wäre es zwar schön, wenn der Kopenhagener Gipfel kurzfristig zu einem guten Kompromiss findet. Wenn nicht, ist aber auch das keine Katastrophe. Die Unternehmen weltweit werden den durch die Politik vor Jahren angestoßenen Ball weiter spielen.
Protokoll: Matthias Kaufmann
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