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26.11.2009
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Klimaschutz

Was kostet die Welt?

Von Arvid Kaiser

4. Teil: Weshalb nur ein weltweites Abkommen sinnvoll ist

Aus eigener Kraft wird die Privatwirtschaft die Aufgabe also kaum bewältigen. Dem Londoner G20-Gipfel im April schlugen Stern und Edenhofer neue grüne Konjunkturprogramme vor. Damit sollten die G20-Länder die Weltwirtschaftskrise und die Klimakrise zugleich angehen. Bis dahin hatten allein Südkorea und China große Teile ihrer Konjunkturhilfen in den Klimaschutz gesteckt. Doch die Botschaft verhallte.

Also bleibt nur ein Hebel: Die Staaten müssen den privaten Akteuren die richtigen Anreize setzen, indem sie weltweit die Kosten des Klimawandels auf die Verursacher umlegen, also einen Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen verlangen. Manche Forscher halten eine CO2-Steuer für ideal oder fordern, dass die Emissionsrechte verkauft, statt wie bisher verschenkt werden. Die Europäische Union plant ab dem Jahr 2012 eine Versteigerung der Zertifikate - wer viel verschmutzen will, muss viel bezahlen. Doch auch so bietet der Emissionshandel einen Anreiz, sparsam mit der Atmosphäre umzugehen.

Es gibt auch Ökonomen, die all diese Erkenntnisse akzeptieren, und trotzdem noch Klimaschützer auf die Palme bringen. Hans-Werner Sinn vom Münchener Ifo-Institut etwa provozierte mit seinem Buch "Das grüne Paradoxon". Den Klimawandel könne "nur ein lückenloses weltweites System des Emissionshandels und Quellensteuern auf die Kapitalerträge der Ressourceneigentümer" bremsen - alle Mühen unterhalb dieser Maximalforderung seien vergebens, weil in Europa eingesparte Emissionen woanders hinzukämen. Dafür sorge der Preismechanismus: Je weniger fossile Brennstoffe wir verbrauchen, desto billiger werden sie für andere.

Selbst diese Logik, die den Nutzen aller Klimagipfel wie dem in Kopenhagen Anfang Dezember hinterfragt, bringt Ottmar Edenhofer nicht aus der Fassung. "Sinns Argument ist vollkommen richtig unter der Annahme, dass es kein globales Abkommen gibt", sagt der Potsdamer Forscher. "Einseitig voranzupreschen, hat dann einen Sinn, wenn daraus ein globales Abkommen folgt." Darin liege der Sinn des Kopenhagener Treffens: Die Annahme der Märkte verfestige sich, dass es ein solches Abkommen geben werde - und deshalb stellten sich die Unternehmen weltweit darauf ein, dass Treibhausgase sich in Zukunft nicht mehr so billig in die Luft blasen lassen.

"Kopenhagen muss der Anfang sein", fordert Edenhofer - und zeigt sich optimistisch. "Die einzelnen Länder werden wahrscheinlich noch keine Verpflichtungen eingehen, aber warten wir es ab."

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