Von Arvid Kaiser
Der Energiekonzern Eon
eröffnete jüngst gemeinsam mit dem Glashersteller Schüco eine neue Solarfabrik bei Magdeburg - womöglich ein erstes Zeichen, dass die bislang abseits stehenden Versorger ihr Herz für die Solarenergie entdecken. Weitere Konzerne schließen Vorverträge für Kraftwerke, auch deutsche Wettbewerber zeigen Interesse.
Das würde der Geschichte eine ironische Wendung geben, denn vor Jahren verabschiedeten sich viele Energiekonzerne von ihren Solarinvestments. RWE
"In den 90er Jahren war die Marktmeinung in Deutschland, dass Solar in Deutschland keine Zukunft hat", sagt Helmut Vorndran, Managing Partner der größten deutschen Private-Equity-Firma Ventizz, die sich mit mehreren Solarinvestments einen Namen gemacht hat, auch mit Ersol.
Ventizz hat antizyklisch gehandelt: zur Zeit des Solarpessimismus billig gekauft, die vom Erneuerbare-Energien-Gesetz ausgelöste Euphoriewelle für Ausbau und Investitionen genutzt, und vor dem Platzen der Blase mit Bosch einen strategisch orientierten Abnehmer gefunden, der auch zu Milliardeninvestitionen bereit ist. "Mit dem heutigen Börsenwert von 1,1 Milliarden Euro hat sich unsere erste Bewertung von Ersol fast verhundertfacht", berichtet Vorndran.
"In diesem Jahr ist der Katzenjammer groß", räumt er ein, doch die Solarindustrie bleibe "in allen Facetten ein rundherum überzeugendes Anlagesegment und eine der wenigen Gelegenheiten, mit dauerhaften Wachstumsraten von 30 Prozent und mehr an Megatrends teilzuhaben". Deshalb könnte die Krise wiederum Gelegenheit zu einem neuen Einstieg von Finanzinvestoren bieten. Hersteller von Nebenprodukten rund ums Solarmodul seien interessant. "Wir schauen ganz konkret größere Deals in der Solarbranche an", sagt Vorndran - doch noch verkaufen sich die Firmen zu teuer.
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