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06.02.2009
 

Mobilität

Warum Biosprit die Zukunft gehört

Von Arvid Kaiser

Ende des Ölzeitalters, Angst ums Klima - bis 2050 muss pflanzlicher Kraftstoff zum Standard an der Tankstelle werden, bekräftigt Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Bundesumweltministerium. Im Interview mit manager-magazin.de erklärt er Biomasse sogar zum zukünftigen "Rückgrat der Industriegesellschaften".

mm.de: Herr Lahl, Sie haben gerade ein Buch mit dem Titel "Ölwechsel" herausgebracht und sprechen das Ende des Erdölzeitalters an. Nun ist der Ölpreis Chart zeigen dank der weltweiten Rezession auf 40 Dollar je Fass gefallen. Ist das Thema noch akut?

  Uwe Lahl  ist promovierter Chemiker und Ministerialdirektor im Bundesumweltministerium. Er leitet dort die Abteilung Umwelt und Gesundheit, Immissionsschutz, Anlagensicherheit und Verkehr, Chemikaliensicherheit.
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Uwe Lahl ist promovierter Chemiker und Ministerialdirektor im Bundesumweltministerium. Er leitet dort die Abteilung Umwelt und Gesundheit, Immissionsschutz, Anlagensicherheit und Verkehr, Chemikaliensicherheit.

Lahl: Der Ölpreis wird wieder steigen. Was die Verfügbarkeit von Öl angeht, hat sich im Kern nichts geändert. Wir haben maximal noch gut 30 Jahre lang ausreichend Öl für Mobilität und andere Zwecke zur Verfügung. Vorher erreichen wir aber schon Peak Oil, den Zeitpunkt des Fördermaximums. Danach wird sich die Situation dramatisch verändern.

Der zweite Ausgangspunkt für mein Buch ist der Klimaschutz. Es gibt ein klares wissenschaftlich und politisch fixiertes Ziel, nämlich den Anstieg der globalen mittleren Temperatur bis 2050 auf zwei Grad zu begrenzen. Die CO2-Emissionen der Industrieländer sind um 80 Prozent zu senken. Das Ziel erreicht man mit Effizienz und Sparsamkeit, aber eben auch mit CO2-Einsparungen.

mm.de: Die Autoindustrie klagt, sie werde überproportional in die Pflicht genommen, weil der Verkehr nur 15 Prozent des CO2-Ausstoßes verursache.

Lahl: Das ist absurd. Das Klimaschutzziel 2050 ist eine der größten Menschheitsherausforderungen der letzten Jahrhunderte. Wenn man dieses Ziel erreichen will, muss in allen Sektoren etwas geschehen, in der Landwirtschaft, in der Industrie, in der Energiewirtschaft, im privaten Sektor und auch im Mobilitätssektor. Völlig unberührt davon, ob der nun 15 oder 20 Prozent der CO2-Emissionen ausmacht. Aber der Mobilitätssektor ist am schwierigsten. In den Industrieländern haben wir vielleicht eine gewisse Sättigung im Personenverkehr erreicht, aber wir werden eine Steigerung des Warenverkehrs erleben und vor allem in den Entwicklungsländern einen großen Nachholbedarf haben.

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