Von Mirjam Hecking
Millionen in den Sand gesetzt
Einige Projekte, wie das Tiefengeothermiewerk in Unterhaching bei München, haben das Netz dann auch gleich mit aufgebaut. Das rechnet sich zwar, wenn man bedenkt, dass einmal aufgebaut, ein Geothermiekraftwerk quasi ununterbrochen Energie fördern kann - und dank des EEG 20 Jahre die Einnahmen gesichert sind.
Kostenintensiv ist es trotzdem - und zwar schon dann, wenn die Anlage noch überhaupt keinen Profit abwirft. "Man braucht einen langen Atem", sagt Richter.
Die Finanzkrise macht das Ganze noch schwieriger: "Sie kriegen Banken heutztage kaum noch dazu, größere Mengen Geld in die Hand zu nehmen", sagt Ex-Kohlemanager Bund. Er ist derzeit unter anderem für einen Kraftwerkspark in Brandenburg auf Investorensuche, nachdem eine bereits stehende Finanzierung angesichts der Krise in sich zusammenfiel. Und auch isländische Banken, die in Deutschland im Bereich Geothermie stark engagiert waren, zogen sich angesichts der aktuellen Situation zurück.
Doch Forscher wie Ernst Huenges vom Geoforschungszentrum Potsdam sind zuversichtlich, dass Erdwärme im Energiemix immer wichtiger werden wird. Dabei - und das ist für ein geothermisch eher benachteiligtes Land wie Deutschland noch viel wichtiger - kann technologisches Know-how auf- und ausgebaut werden.
Bislang sind es vor allem noch kleinere Akteure, wie die Kommune in Unterhaching, die auch angesichts strenger Klimaschutzauflagen auf CO2-freundliche Techniken wie Geothermie setzen und sich durch das Regulationsdickicht wühlen. "Und das wird wohl auch die nächsten fünf Jahre noch so bleiben", meint Richter.
Doch die Großen tasten sich voran. Viele haben sich zumindest den einen oder anderen Claim gesichert. Und die RWE Tochter Innogy will in den kommenden Jahren in ein Projekt in Süddeutschland rund 40 Millionen Euro investieren.
Auch Ex-Ruhrkohle-Manager Bund bleibt trotz aller Schwierigkeiten "voll dabei" und setzt auf Masse und technische Entwicklung. "Der erste Mercedes, den Daimler gebaut hat, war auch der teuerste."
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