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17.11.2008
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Klimapolitik

Obamas Energien

Von Anja Tiedge

3. Teil: Solarverband ist selbst skeptisch

Solarverband ist selbst skeptisch

Die Zeichen stehen also gut für die Branche alternativer Energien - zumindest in den USA. Denn nicht alle sehen die Entwicklung für deutsche Unternehmen so optimistisch wie der Verband für Solarwirtschaft. "Der Obama-Effekt wird durchaus positive Rückwirkungen auf die hiesigen Unternehmen der Branche haben", sagt Claudia Kemfert, Expertin für erneuerbare Energien beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Allerdings bedeute die Förderung der US-Firmen auch potenziellen Wettbewerb: "Die Amerikaner könnten den Deutschen durchaus den Rang ablaufen."

Erneuerer und Ölmann: Barack Obama und Vorgänger George W. Bush bereiten die Amtsübergabe vor
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DPA

Erneuerer und Ölmann: Barack Obama und Vorgänger George W. Bush bereiten die Amtsübergabe vor

Der Solarverband selbst gibt zu bedenken, dass "der US-amerikanische Solarmarkt mit dem größten Solarmarkt weltweit, Deutschland, gleichziehen" könnte. Das klingt eher nach einer Drohung als nach einer Verheißung.

Für Bernd Weidensteiner, Analyst bei der Commerzbank, ist die Frage nach dem Obama-Effekt von grundsätzlicherer Natur. "Vor dem Hintergrund der Rezession ist fraglich, ob Obama seine Versprechen halten kann", sagt er. "Die Wirtschaftskrise wird zunächst einmal Vorrang haben, die Förderung von erneuerbaren Energien wird zumindest in den nächsten ein bis zwei Jahren eine Art Abfallprodukt sein." Allzu euphorisch sollten die Unternehmen der Branche deshalb nicht sein.

Einen Obama-Effekt gab es allerdings doch schon zu verzeichnen: Nachdem die erneuerbaren Energien in den vergangenen Wochen von der Wirtschaftskrise aus den Medien verdrängt wurden, rückt die Wahl Obamas zum Präsidenten die Branche wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Die Unternehmensberatung EuPD Research, die die Berichterstattung zu erneuerbaren Energien verfolgt, stellte nach der Wahl einen sprunghaften Anstieg der Artikel zum Thema fest. In den rund 100 regionalen und überregionalen Printmedien, die das Unternehmen regelmäßig analysiert, gab es am 6. November, also zwei Tage nach der Wahl, 16 Artikel mit einem Bezug zu erneuerbaren Energien und Obama. Das hat sogar den Chef des Instituts, Markus A. W. Hoehner, überrascht: "Solche Werte zu einem einzelnen Thema hatten wir schon lange nicht mehr."

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