Hersteller drohen mit Abwanderung
Dabei sind die hohen Anlagenpreise auch eine Folge der mit Fördergeldern befeuerten Nachfrage. Ausgerechnet diese dient nun als Vorwand, weitere Subventionen zu verlangen. "Die Branche wird langsam unverschämt", heißt es im Umweltministerium. Deutlich werden auch einzelne Abgeordnete: "Mit Subventionen ist es wie mit Drogen - wenn man einmal angefangen hat, kommt man nicht mehr davon los."
Zwar sind die Erfolge der garantierten Abnahmepreise klar zu erkennen - laut Prognose des VDN kommen 2012 schon etwa 20 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen, Deutschland ist dank des EEG Vorreiter im Klimaschutz. Und auch beim Export haben gerade die Windradhersteller beachtliche Erfolge vorzuweisen.
Doch immer deutlicher wird auch, dass der von den Verbrauchern zu zahlende Preis enorm hoch ausfällt. So wiesen US-amerikanische Forscher nach, dass die Solar-Fördergelder vor allem die Hersteller päppeln und Effizienzgewinne sich kaum in sinkenden Preisen niederschlagen. Doch die Solarbranche will davon nichts wissen. Als Unionspolitiker niedrigere Fördersätze ins Spiel brachten, wehrten sich führende Solarunternehmen lautstark dagegen. "Dann verlieren wir Hersteller", warnt auch Nitschke.
Unabhängige Fachleute allerdings hielten das nicht unbedingt für einen Nachteil. Manuel Frondel, Energieexperte beim Rheinisch Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, plädiert dafür, die garantierte Vergütung stärker abzuschmelzen. "Dadurch würden sehr viel stärkere Anreize zur Effizienzverbesserung gesetzt als bislang." Gegenwärtig gehe es der Branche zu stark darum, um jeden Preis die Fördermittel abzuschöpfen.
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