Düsseldorf - Es ist der Stolz der deutschen Umweltpolitik: Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) hat Sonne, Wind und Kuhmist zu respektierten Energiequellen im Land gemacht. Fast zwölf Prozent des Stroms sind mittlerweile grün. "Eine beispiellose Erfolgsgeschichte", nennt der Parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium, Michael Müller (SPD), das Gesetz, das den Anbietern von Ökostrom feste Abnahmepreise garantiert.
Doch diese Erfolgsgeschichte finanzieren die Stromverbraucher mit hohen Beträgen - und das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben. Über ihre Stromrechnung zahlten sie allein 2006 knapp fünf Milliarden Euro in die Kassen der Windmüller, Solarwirte und Biogasbauern.
Die eine Hälfte davon entspricht in etwa dem Marktpreis für Strom. Die andere Hälfte hingegen ist ein reiner Ökoaufschlag. Denn noch ist grüner Strom im Schnitt doppelt so teuer wie herkömmlich erzeugter Strom aus Kohle, Gas und Kernkraft. Kein Wunder, dass das EEG nun überarbeitet werden soll.
Weil Windräder mit Abstand am meisten Strom unter den geförderten Energieformen erzeugen, erhielten deren Betreiber 2006 mit knapp 2,4 Milliarden Euro den größten Teil vom Kuchen. Für Biomasse und Sonnenenenergie mussten die Verbraucher jeweils etwa eine Milliarde Euro zahlen, wobei die Solarkraft nur einen verschwindenden Bruchteil zur deutschen Stromerzeugung beiträgt. Der Rest entfiel auf Geothermie, Gase und Wasserkraft. Eine ganze Branche verdankt ihre Existenz dem EEG, dank der staatlichen Hilfe sind die Aktien der Anlagenbauer von Rekord zu Rekord geeilt.
Doch langsam werden Stimmen laut, die differenzierte Beihilfen fordern. Denn in diesem Jahr werden sich die Kosten für den grünen Strom schon auf 6,3 Milliarden Euro belaufen. Und bis 2012 steigert sich die jährliche Summe auf 9,3 Milliarden Euro, sagt der Verband der Netzbetreiber (VDN) voraus.
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