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04.06.2007
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Cleantech

Geld verdienen und sauber bleiben

Von Michael O. R. Kröher

9. Teil: Die Zukunft der Cleantech

Wird ein kleiner Sensor in die Kraftstoffleitung eingebaut, dann können moderne Ottomotoren auch nahezu vollständig mit Ethanol betrieben werden. In Brasilien, wo der Biosprit aus Zuckerrohr gewonnen wird, ist das bereits gang und gäbe. In Schweden läuft ein entsprechendes Programm zur Verbreitung von Bioethanolzapfsäulen ("E85" enthält nur noch 15 Prozent bleifreies Benzin).

Saab und Ford bieten bereits Modelle mit "Flexitech" an, also mit eingebautem Sensor, der den Motor für verschiedenste Kraftstoffgemische flexibel macht. Südzuckers Bioethanol ist ab einem Rohölpreis von 70 Dollar je Barrel konkurrenzfähig.

Im sächsischen Freiberg betreibt die Choren AG ein noch moderneres Verfahren, das "Biodiesel" aus Stroh, Holzschnipseln und ähnlichen zellulosehaltigen Abfällen ("Biomasse") herstellt. Insgesamt, so rechnen die Biosprithersteller vor, ließen sich bis zu 20 Prozent des deutschen Spritbedarfs mit diesen BTL-Verfahren decken.

Die Zukunft der Cleantech

Die Kraftwerksbauer vom alten Schlag, die Öl- und die Energiemultis mögen sie verfluchen. Aber für die vielen verwobenen Branchen der Cleantech hat die deutsche Umweltbewegung, namentlich die bündnisgrüne Partei, beste Voraussetzungen geschaffen für eine ertragreiche Entwicklung in den nächsten zehn bis 20 Jahren.

Buchtipp

Michael O. R. Kröher:
"Wirtschaftsfaktor Wissen: Wie unsere Spitzenforschung den Standort Deutschland voranbringt"


Econ Verlag, Berlin; 257 Seiten; 19,95 Euro.
Dieser Artikel ist dem Buch entnommen.
Zum SPIEGEL-Shop

Gemäß einer repräsentativen Umfrage des Allensbach-Instituts aus dem Jahr 2004 votieren zum Beispiel drei Viertel aller Deutschen für Solartechniken als bevorzugte Energiequellen der Zukunft.

Weltweit dürften in kaum einem Land die Voraussetzungen besser sein für eine ebenso breit aufgestellte wie tief greifende Innovationsoffensive durch Cleantech wie in Deutschland. Die Wertschöpfungskette des Wissens greift hier voll: Grundlagenforscher bei der MPG und der Helmholtz-Gemeinschaft, Angewandte Forscher bei Helmholtz, der Fraunhofer-Gesellschaft und in der Industrie arbeiten Hand in Hand. Großunternehmen und Mischkonzerne machen die neuen Technologien zur Grundlage zentraler Strategien der Geschäftsentwicklung. Die Märkte stehen bereit, die Akzeptanz der Produkte ist so hoch wie die Nachfrage.

Die Ökowelle rollt auch ohne Grüne

Das macht die Verantwortlichen zuversichtlich, dass sich der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Energieverbrauch von derzeit 4,6 Prozent bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln lässt – auf 10 Prozent. Nach einer Studie des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie und dem DLR könnten die erneuerbaren Energien im Jahr 2050 sogar mindestens 43 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland liefern, bei optimaler Entwicklung sogar 64 Prozent.

Nicht einmal das aktuelle politische Klima, in dem die bündnisgrüne Partei zu keiner Landesregierung mehr gehört, kann diese rosig-grünen Aussichten trüben.

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