Freitag, 26. August 2016

Aktie im Visier der Leerverkäufer Black Box Wirecard - das Geschäftsmodell, das keiner versteht

Black Box: Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München

Entweder Wirecard ist ein digitaler Hidden Champion, eine atemberaubende Erfolgsgeschichte in einer Zukunftsbranche à la Silicon Valley, nur eben aus der bayerischen Provinz. Oder das Unternehmen aus Aschheim bei München ist ein Kartenhaus, mehr wilde Börsenspekulation als Substanz.

Und vielleicht gibt es noch eine dritte Möglichkeit: die, dass beide Sichtweisen auf eine der wertvollsten Firmen im TecDax Börsen-Chart zeigen etwas Wahrheit enthalten.

Wirecard Börsen-Chart zeigen mit Sitz im Münchener Vorort Aschheim ist innerhalb weniger Jahre praktisch aus dem Nichts - genauer gesagt, aus der Firmenhülle eines Call-Center-Betreibers, der das Schicksal vieler Neuer-Markt-Buden teilte - zu einer Größe mit 4,5 Milliarden Euro Börsenwert aufgestiegen, nicht weit entfernt von Lufthansa Börsen-Chart zeigen oder RWE Börsen-Chart zeigen.

Gemessen am Handelsumsatz, war die Wirecard-Aktie an diesem Mittwoch (als sie um 22 Prozent oder mehr als eine Milliarde Euro abschmierte) sogar die Nummer eins in Deutschland, noch vor Daimler Börsen-Chart zeigen.

Der Aufstieg an der Börse wurde von starken Geschäftszahlen unterfüttert, die Jahr für Jahr Wachstumsraten von 20, 30 Prozent bei allen relevanten Größen ausweisen - und das verbunden mit einer sagenhaften Profitabilität: Im vergangenen Jahr lag die Ebitda-Rendite über 29 Prozent.

"Reinventing Payment" heißt das Unternehmensmotto. Wirecard präsentiert sich als Innovationsführer für das dynamisch wachsende Bezahlen im Internet und zunehmend auch mobil. Eine Zukunft ohne Bargeld? Wirecard würde kräftig profitieren, als einer der Player, die das digitale Geschäft verstanden haben, wo die Banken ihr klassisches Feld räumen.

Oft, wenn Geld übers Netz fließt, ob im Namen der bekannten Kreditkartenanbieter, über Paypal Börsen-Chart zeigen oder welches System auch immer, kassieren die Aschheimer im Hintergrund mit. 2015 dürften mehr als 40 Milliarden Euro mit Wirecards Hilfe bewegt worden sein. Dabei hatte, bevor Firmenchef Markus Braun als Consultant von KPMG kam, überhaupt niemand derartige Ambitionen mit dem Unternehmen.

Diese Story kann Bewunderung wecken. Oder Zweifel. Oder eben beides.

Seite 1 von 3
Newsletter von Arvid Kaiser
Folgen Sie Arvid Kaiser auf twitter
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH