Dienstag, 26. Juli 2016

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Staatsbanken in Steueroasen Wie Landesbanken vor dem deutschen Steuerstaat flüchten

Deutsche Landesbanken, allen voran die LBBW und die HSH Nordbank, halten Dutzende Tochtergesellschaften in Steuerparadiesen.

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Spätestens mit der Luxleaks-Affäre sind geschäftliche Engagements in Steueroasen in Verruf geraten, weil immer auch der Verdacht der Steuervermeidung mitschwingt. Schließlich müssen Unternehmen in Steueroasen - anders als in den Bundesländern - auf einige Einnahmearten gar keine oder zum Teil stark verminderte Steuern zahlen.

Besonders pikant ist dieses Steuer-Management bei Unternehmen in Staatsbesitz. Und doppelt pikant wird es bei Landesbanken, weil die Geldhäuser in der Finanzkrise durch Steuergelder gerettet oder doch zumindest lebensrettend stabilisiert wurden. manager-magazin.de hat die aktuellen Geschäftsberichte auf Gesellschaften in Steueroasen hin durchstöbert.

Klarer Spitzenreiter, was die Zahl der Gesellschaften in Steueroasen betrifft, ist die LBBW. Sie hat insgesamt 31 Gesellschaften mit Sitz in den Steuerparadiesen dieser Welt: Luxemburg (9), Delaware (8), Irland (4), Cayman Islands (3), Bahamas (2), Jersey (2), Shanghai, Singapur, Zypern (jeweils 1).

Christian Potthoff, Kommunikationschef der LBBW erklärte auf Anfrage, für die Bank seien alle Handlungen, die "dem Geist der Steuer-Gesetzgebung" widersprächen "nicht akzeptabel". Man arbeite daran, Aktivitäten an Offshore-Standorten "so weit und so schnell wie möglich zurückzuführen". Dies sei jedoch "unter anderem aus rechtlichen Gründen nicht in jedem Fall möglich".

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