Donnerstag, 21. Februar 2019

Unliebsamer Spitzenplatz vor HSBC und Credit Suisse Weltwährungsfonds: Deutsche Bank wohl "riskanteste Bank der Welt"

Aufräumer vom Dienst: Deutsche-Bank-Chef John Cryan.

Die Deutsche Bank muss mit verschärfter Kontrolle durch Finanzaufseher rechnen. Laut einer aktuellen Studie des Internationalen Weltwährungsfonds (IWF) geht von keinem Geldhaus weltweit ein höheres Risiko für das globale Bankensystem aus. "Die Deutsche Bank scheint der wichtigste Netto-Risikoträger für systemische Risiken im globalen Bankensystem zu sein", schreibt der IWF in einer aktuellen Studie. Auf Platz zwei und drei liegen demnach HSBC und Credit Suisse, gefolgt von US-Banken wie JP Morgan, Goldman Sachs und Bank of America. Von der Commerzbank geht laut IWF nur ein geringes Risiko für das Gesamtsystem aus.

Dass die Deutsche Bank so besonders risikoreich für das Finanzsystem sei, liege an ihrer starken internationalen Verknüpfung, schreibt der Weltwährungsfonds der der 60seitigen Studie zum deutschen Finanzmarkt. Der IWF berechnet mithilfe eines mathematischen Modells das Systemrisiko einer Bank aus der Differenz der Schockwellen, die von einer Krisen-Bank auf das gesamte System ausgehen ("outward spillover"), und der Schockwellen, die eine Branchenkrise in der konkreten Bank selbst auslöst ("inward spillover").

Danach gehe von keiner Bank ein größeres Risiko für das globale Bankensystem aus als von der Deutschen Bank, so der IWF. Deswegen müssten die Aufsichtsbehörden wie etwa die Bundesbank ihre Kontrollsysteme noch verbessern, um die Deutsche Bank präzise beobachten zu können.

Die US-Notenbank Fed hatte die Deutsche Bank erst kürzlich gewarnt, ihre Risikokontrollsysteme zu verbessern und eine Tochter der Frankfurter durch einen Stresstest fallen lassen. Die Qualität der Risikokontrollsysteme einer Bank hängen vor allem von der Qualität der IT-Infrastruktur ab. Vorstandschef John Cryan hatte die bankinternen Systeme im vergangenen Jahr kurz nach seinem Amtsantritt als nicht wettbewerbsfähig bezeichnet und eine umfassende Modernisierung angekündigt (Ein Porträt John Cryans lesen Sie hier).

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