Dienstag, 17. Oktober 2017

Wearable statt Mobile Payment Bezahlen Sie einfach mit Ihrem Handgelenk

Bezahlen mit Ring, Armband oder Uhr: Wie Wearable Banking schon heute geht
Fotos
Erste Bank

Wie es sich für einen Mann mit dem Jobtitel "Innovation Evangelist" gehört, hat Ralf Kluth eine Zukunftsvision: Die Ladenkasse, der sein Arbeitgeber NCR die Existenz verdankt (der Name steht für National Cash Register), würde überflüssig. "Ich gehe in den Laden, nehme die Ware und gehe wieder hinaus", malt Kluth seine Vision aus. "Im Hintergrund erkennt das System mich als verlässlichen Kunden, und beim Hinausgehen wird der Betrag vom Chip abgebucht."

Diesen Chip würde Kluth irgendwo am Körper tragen, in einem Armband beispielsweise. Das Portemonnaie hätte ausgedient. Kein Schieben von Karten in Lesegeräte und Tippen auf Displays mehr, ganz zu schweigen vom mühseligen Abzählen von Scheinen und Münzen.

Dass viele Deutsche geradezu nostalgisch am Bargeld hängen und wenig Interesse an bequemerem oder schnellerem Bezahlen zeigen, hat auch der Innovationsprediger erkannt. Deshalb ist Kluth eher skeptisch, ob sich "Wearable Payment" alsbald durchsetzen könnte. Schon dessen Vorläufer, das "Mobile Payment" mit dem Smartphone, ist ja noch längst nicht im Alltag angekommen.

Die technischen Voraussetzungen sind da

Aber: Die technischen Voraussetzungen dafür sind bereits da. Die Hauptzutat dafür ist die Funktechnik NFC (Near Field Communication). NFC-Chips können ein Armband, eine Uhr, einen Fingerring oder einen Schlüsselanhänger ebenso zum Zahlungsmittel aufrüsten wie ein Mobiltelefon.

Kreditkarten sind inzwischen fast durchweg mit NFC-Chips ausgerüstet. Dem "kontaktlosen Bezahlen" als Vorstufe zur neuen Welt steht nur noch im Weg, dass die Verkäufer selten mit NFC-fähigen Terminals ausgerüstet sind. Heute schon denkbar wäre etwa, den Kaffee bei Starbucks mit der Smartwatch zu bezahlen. Doch damit weist man sich wohl eher als Sonderling aus, der auch eine Google Glass in der Öffentlichkeit tragen würde.

Seit dem vergangenen Jahr jedoch bewegt sich einiges in Richtung Massengeschäft. In Großbritannien hat sich die Technik binnen Kürze so verbreitet, dass inzwischen jede fünfte Transaktion kontaktlos abgewickelt wird. Und in Deutschland rüsten vor allem Aldi, Lidl und Co. auf.

Seite 1 von 2
Newsletter von Arvid Kaiser
Folgen Sie Arvid Kaiser auf twitter

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH