Donnerstag, 18. Oktober 2018

Dank Steuerreform und guter US-Konjunktur US-Banken melden sprudelnde Gewinne

Filiale der Wells Fargo Bank in Chicago: Die Bank erhöhte ihren Gewinn um ein Drittel im dritten Quartal

Die US-Steuerreform und die brummende Konjunktur lassen bei den großen amerikanischen Geldhäusern die Kassen klingeln. Die größte US-Bank JP Morgan steigerte ihren Gewinn im dritten Quartal um ein Viertel auf 8,4 Milliarden Dollar, die Citigroup Börsen-Chart zeigen verdiente mit 4,6 Milliarden Dollar zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Institute mitteilten.

Wells Fargo Börsen-Chart zeigen konnte ihren Gewinn sogar um ein Drittel auf 5,45 Milliarden Dollar erhöhen. Doch die Sorgen vor einem Konjunktureinbruch werden nicht zuletzt wegen der Handelsstreitigkeiten größer. Die Wirtschaft sei zwar stark, doch "überall fliegen uns die geopolitische Unsicherheiten um die Ohren", sagte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon. Sorgen bereitet ihm zudem die Inflation.

Die US-Notenbank Fed hat zum Missfallen von US-Präsident Donald Trump den Leitzins 2018 schon drei Mal angehoben, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern und die Teuerung im Griff zu halten. Aktuell liegt der Leitzins in den USA auf dem Niveau von 2,00 bis 2,25 Prozent.

Dank des anhaltenden Wirtschaftswachstums und der niedrigen Arbeitslosigkeit, die zuletzt auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahrzehnten gefallen ist, bleibt die Nachfrage nach Darlehen hoch. Der Zinsüberschuss der Banken steigt, die Belastungen durch faule Kredite sinken. Zudem profitieren die Institute von Trumps Steuerreform, durch die die Körperschaftssteuer zu Jahresbeginn auf 21 Prozent von 35 Prozent gesunken ist.

Europas Banken geraten weiter ins Hintertreffen

Von den Zahlen der US-Konkurrenz können viele europäische Geldhäuser nur träumen, die gegenüber den Wall-Street-Häusern immer weiter ins Hintertreffen geraten. Bei der krisengebeutelten Deutschen Bank erwarten Analysten im Schnitt für das dritte Quartal einen Nettogewinn von rund 150 Millionen Euro.

Die Citigroup nannte ebenfalls Quartalszahlen. Sie hatte ihren Gewinnanstieg fast nur den niedrigeren Steuern und gesunkenen Kosten zu verdanken. Die Erträge stagnierten bei 18,4 Milliarden Dollar, nachdem Verkäufe der drittgrößten US-Bank ihr im Vorjahresquartal Sondererlöse beschert hatten. Bei JP Morgankletterten die Erträge dagegen um 5,2 Prozent auf 27,8 Milliarden.

Ein durchwachsenes Bild zeigte sich im Handelsgeschäft. Während die Citigroup ihre Erträge im Anleihenhandel um neun Prozent steigern konnte, fielen sie bei JP Morgan um zehn Prozent. Im Aktienhandel konnte JP Morgan dagegen die Erträge um 17 Prozent steigern.

Die drei Großbanken eröffneten den Bilanzreigen der US-Geldhäuser. Am Montag will die Bank of America ihre Zahlen vorlegen, am Dienstag folgen Morgan Stanley und Goldman Sachs.

wed/Reuters

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