Montag, 17. Dezember 2018

Urteil im Sal. Oppenheim-Prozess Freiheitsstrafen für alle vier Ex-Bankchefs - Janssen muss in Haft

Friedrich Carl Janssen: Der ehemalige Sal. Oppenheim Gesellschafter muss wegen schwerer Untreue für die Dauer von zwei Jahren und zehn Monaten ins Gefängnis. Die drei weiteren Angeklagten Christopher Freiherr von Oppenheim, Dieter Pfundt und Matthias Graf von Krockow erhielten Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und elf Monaten und zwei Jahren

Im Strafprozess gegen die frühere Führung des Bankhauses Sal. Oppenheim sind alle vier angeklagten Ex-Chefs zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sie hätten Untreue zulasten der Bank begangen, entschied das Kölner Landgericht am Donnerstag nach mehr als zwei Jahren Verhandlungsdauer.

Der für das Risikomanagement der Bank zuständige Friedrich Carl Janssen (71) wurde zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Er soll als einziger ins Gefängnis.

Der Sprecher der Bank, Matthias Graf von Krockow (66), und der für das Investmentgeschäft zuständige Dieter Pfundt (62) erhielten eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, Christopher von Oppenheim (49) von einem Jahr und elf Monaten. Alle drei Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Den damaligen Geschäftspartner der Ex-Bankführung, Josef Esch, verurteilte das Gericht wegen des fahrlässigen unerlaubten Betreibens von Bankgeschäften zu einer Geldstrafe von 495.000 Euro.

Krockow und Oppenheim hatten Reue gezeigt und Geständnisse abgelegt

Die Vorsitzende Richterin Sabine Grobecker sagte, das gesamte Verfahren sei ein "Kraftakt" gewesen. Im Mittelpunkt des Prozesses standen ein umstrittenes Immobiliengeschäft der Bank in Frankfurt sowie dreistellige Millionenkredite an den damals schon angeschlagenen und inzwischen pleitegegangenen Arcandor-Konzern. Die von den Angeklagten zu verantwortenden Transaktionen sollen hohe Millionenschäden für das Geldinstitut verursacht haben.

Graf von Krockow und von Oppenheim hatten in einem der größten Wirtschaftsprozesse Geständnisse abgelegt, Reue gezeigt und um Milde gebeten. Die beiden anderen früher persönlich haftenden Gesellschafter hatten die Vorwürfe dagegen zurückgewiesen, sich als Randfiguren dargestellt und Freisprüche gefordert

(siehe Überblick).

(siehe Überblick).

Das Gericht blieb mit den Urteilen unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

In dem Strafverfahren ging es um ein Immobiliengeschäft in Frankfurt und Kredite an den damals schon angeschlagenen und inzwischen pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzern Arcandor. Die von den Angeklagten zu verantwortenden Transaktionen sollen hohe Millionenschäden für die Bank verursacht haben. Sal. Oppenheim war in der Finanzkrise 2008 als Arcandor-Großaktionär an den Rand des Ruins geraten und gehört seit Anfang 2010 stark verkleinert zur Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen.

Aus dem Heft: Nach dem Oppenheim-Debakel - Die Auferstehung der Kölner High Society

la/ts/dpa-afx/Reuters

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