Samstag, 23. März 2019

Nachfolgeplanung bei Schweizer Großbank Martin Blessing muss Rivalen um UBS-Spitze fürchten 

Christian Meissner

Eines der erfolgreichsten Duos der jüngeren europäischen Bankengeschichte konkretisiert seine Nachfolgeplanung. Axel Weber (61) Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS, hat dazu Gespräche mit Kandidaten für den CEO-Posten aufgenommen, den Webers Vertrauter Sergio Ermotti (58) seit 2011 innehat. Unter anderem hat Weber dazu Kontakt mit Christian Meissner (49) aufgenommen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Gespräche seien allerdings in einem frühen Stadium.

Die Personalie ist einer der wichtigsten Weichenstellungen in der europäischen Bankenbranche. Weber, der vor seinem Wechsel zur UBS Präsident der Bundesbank war, hat die UBS zusammen mit Ermotti vergleichsweise schadensfrei durch die Finanzkrise gesteuert und zu einem der weltweit erfolgreichsten Vermögensverwalter ausgebaut. Zuletzt hatte das Duo allerdings an Dynamik eingebüßt (lesen Sie dazu den mm-Report: Uuuubs - warum die Schweizer Bank nicht mehr als Vorbild taugt).

Dennoch gelten die Schweizer als möglicher Partner, sollte die Deutsche Bank ihre Dauerkrise nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen können. Weber möchte noch für einige Zeit Verwaltungsratspräsident bleiben, nach jüngsten Aussagen bis etwa 2022. Sollte bis dahin ein Nachfolger für Ermotti gefunden sein, könnte der langjährige CEO dem Deutschen auf dem Posten nachfolgen.

Martin Blessing

Die Verpflichtung Meissners wäre ein Rückschlag für andere Kandidaten für den CEO-Posten. Martin Blessing (55) etwa, seit Februar 2018 einer der beiden Chefs der Vermögensverwaltung und zuvor von 2008 bis 2016 Commerzbank-Chef, gilt grundsätzlich als geeignet. In den vergangenen Monaten hatte die UBS Spitzenkräfte wie Investmentbankingchef Andrea Orcel (55) er Chef-Vermögensverwalter Jürg Zeltner (51) verloren.

Meissner war bis zum vergangenen Jahr Chef des Investmentbanking der Bank of America. Der Österreicher, der zuvor unter anderem für Goldman Sachs und als Europa-Chef für Lehman Brothers unter anderem aus Frankfurt gearbeitet hat, war in den vergangenen Jahr immer auch wieder als Kandidat für Vorstandsposten der Deutschen Bank im Gespräch. Zuletzt hatte er nach mm-Informationen aber signalisiert, für die Deutsche Bank für ihn nur - wenn überhaupt - interessant wäre, wenn er dort als CEO installiert würde.

Über welche Rolle bei der UBS Weber konkret mit Meissner spricht, ist bislang unklar. Denkbar ist, dass er zur UBS wechselt und dann sich intern in einen Konkurrenzkampf mit anderen Kandidaten über die CEO-Nachfolge bewähren muss. Keiner der Beteiligten wollte sich gegenüber Bloomberg zu der Personalie äußern.

soc

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