Donnerstag, 17. Januar 2019

Schweiz ermittelt Manipulierten Banken auch Devisenkurse?

Bankenviertel Zürich: Die Schweizer Finanzaufsicht ermittelt gegen heimische Banken wegen des Verdachts der Devisenkursmanipulation

Die Schweizer Finanzaufsicht geht möglichen Manipulationen von Fremdwährungskursen nach. Im Visier hat sie vor allem Schweizer Banken. Es könnten aber auch Institute anderer Staaten involviert sein, heißt es.

Bern/Wien - Auf die Bankenwelt kommt möglicherweise nach den Libor-Manipulationen der nächste Skandal zu. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) untersucht den Verdacht, ob heimische und internationale Banken die Devisen-Wechselkurse beeinflusst haben.

Ermittelt werde bei mehreren Schweizer Finanzinstituten, teilte die Finma am Freitag mit. Welche Banken konkret von der Untersuchung betroffen sind, wurde nicht kommuniziert. Die Finma arbeite eng mit ausländischen Behörden zusammen, da international eine Vielzahl von Banken potenziell betroffen seien, hieß es. Zuletzt hatte die britische Bankenaufsicht FCADevisengeschäfte europäischer Banken unter die Lupe genommen.

Auf Anfrage äußerten sich verschiedene europäische Großbanken zunächst nicht zu den Ermittlungen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wollte dies nicht kommentieren. Die österreichische Finanzmarktaufsicht ermittelt nach Angaben eines Sprechers nicht. Eine Sprecherin der britischen Finanzaufsicht FCA erklärte am Freitag: "Wir wissen von den Untersuchungen der Schweizer Behörden." Sie wollte jedoch nicht bestätigen, ob die britische Seite eigene Ermittlungen aufgenommen habe.

"Markt für Fremdwährungen ist wie der Wilde Westen"

In den vergangenen Monaten soll es bereits in anderen Ländern Hinweise gegeben haben, dass Devisenkurse manipuliert worden sein könnten, berichtete die Schweizerische Depeschenagentur SDA. Laut Medienberichten sollen die Untersuchungen vor allem internationale Großbanken betreffen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits im Juni über mögliche Manipulationen im Devisenmarkt berichtet. Nach Schätzungen werden hier jeden Tag rund fünf Billionen Dollar gehandelt. Die Nachrichtenagentur berief sich damals auf mehrere Personen, zum Teil aktive oder ehemalige Devisenhändler.

Der Markt gilt als einer der am wenigsten regulierten im Finanzsystem. Ein Marktbeobachter sagte Bloomberg: "Der Markt für Fremdwährungen ist wie der Wilde Westen."

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