Mittwoch, 23. Mai 2018

Acht Jahre nach Sal. Oppenheim Übernahme Deutsche Bank lässt Josef Esch fallen

Darauf ein Kölsch: Josef Esch (rechts) mit Matthias Graf von Krockow bei der Grundsteinlegung für die Kölnmesse im Jahr 2004

Acht Jahre nach der Übernahme von Sal. Oppenheim lässt die Deutsche Bank deren Ex-Immobilienpartner Josef Esch fallen. Er wurde als Geschäftsführer der Oppenheim-Esch-Fonds abgesetzt.

Seit die Deutsche Bank anno 2010 Sal. Oppenheim vor dem Aus bewahrte, hielt sie treu zu Josef Esch (61). Der Immobilienmann hatte mit seinen Fonds viele reiche Oppenheim-Kunden vergrätzt. Die forderten vor Gericht Geld zurück - nun von der Deutschen Bank. So was verbindet. Offenbar mochte die Bank lange Jahre nicht auf Eschs Insiderwissen verzichten.

Nun jedoch hat sich Deutschlands größter Geldkonzern von Esch losgesagt. In zwei der wichtigsten Oppenheim-Esch-Fonds, Rheinhallen und Köln Messe 15-18, haben die Eigner Esch als Geschäftsführer abgesetzt - mit den Stimmen der Deutschen Bank. Die hält nach diversen Vergleichen mit Fondszeichnern wie Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz (74) große Pakete an den Fonds, bei den beiden genannten je knapp 40 Prozent. Ein Geschäftsführerwechsel braucht eine Zweidrittelmehrheit.

Gesellschafter wollen ihr Betongold verkaufen

Der Grund für den Sinneswandel? Die Gesellschafter wollen ihr Betongold verkaufen, schon um endlich das Kapitel Oppenheim-Esch abzuhaken. Beim Fonds, dem die Lanxess Arena in Köln-Deutz gehörte, eine der größten Veranstaltungshallen Europas, schaffte Esch Ende 2015 zwar den Ausstieg: Zwei asiatische Firmen zahlten etwa 440 Millionen Euro.

Aber Investoren haben signalisiert, sie würden mit Esch als Fondschef nicht verhandeln - schon aus Compliance-Gründen. Schließlich muss der sich für sein einstiges Wirken derzeit zum zweiten Mal vor dem Landgericht Köln in einem Strafprozess verantworten. Auch wenn eine Verurteilung, die über eine Geldbuße hinausgeht, auch dieses Mal als unwahrscheinlich gilt: Esch soll weg.

Fondszeichner wie der Industrielle Hubertus Benteler (71, Autozulieferer) oder die Familien Deichmann (Schuhe) und Kreke (Douglas) hatten die Bank unter Druck gesetzt, Esch endlich fallenzulassen (siehe mm 1/2018). Beim Rheinpark-Fonds, drängt Milliardär Patrick Schwarz-Schütte (61; vorm. Schwarz Pharma) auf Eschs Absetzung. Auch hier ist die Bank unter den Eignern. Bei der nächsten Gesellschafterversammlung ist Showdown.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH