Freitag, 30. September 2016

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Porsche-Prozess vor den Schlussplädoyers Porsche, Wiedeking - und die Maple Bank

Wer wollte wann was - und warum? Der ehemalige Porsche-Chef Wiedeking vor dem Landgericht Stuttgart.

Alles entschieden? "Ex-Porsche-Chefs vor Freispruch", schreibt der "Spiegel". "Im Porsche-Prozess bröckelt die Anklage", zwischenbilanziert die "Frankfurter Allgemeine". Und tatsächlich, schon am 10. Dezember sagte der Vorsitzende Richter Frank Maurer "unter allem Vorbehalt", er meine "die Zeugenaussagen dahin verstanden zu haben, dass es schwer wird, eine Absicht mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit festzustellen".

Bei allem Vorbehalt: Auf einen Schuldspruch gegen den langjährigen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen Finanzvorstand Holger Härter deutet das nicht hin. Doch Maurers Zwischenbilanz galt wohl nur für einen Teil der Anklage. Es gab anders zu deutende Fragen, Aussagen und Dokumente in den dreieinhalb Monaten, seit jener Prozess begonnen hat, den manager-magazin.de in seiner Vorschau als einen der spektakulärsten der deutschen Wirtschaftsgeschichte angekündigt hatte.

Wiederholt spielte die Maple Bank im Gerichtssaal eine zentrale Rolle. Die deutsche Tochter des kanadischen Instituts wurde am Wochenende von der deutschen Bankenaufsicht Bafin wegen drohender Überschuldung geschlossen. Die Steuerrückstellungen wegen möglicher Cum-Ex-Geschäfte, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft provoziert haben, erdrücken die Bank.

Während der Übernahmeschlacht um Volkswagen war die Maple Bank noch Porsches wohl wichtigster Finanzpartner - und hatte deswegen schon einmal Besuch der Staatsanwälte: Die Büros der Bank an der Frankfurter Feuerbachstraße wurden gleich zu Beginn der Ermittlungen 2009 von den Stuttgarter Ermittlern durchsucht.

Der Prozess geht am 19. Februar mit dem Schlussplädoyer der Ankläger in die Endphase, und auch über die Maple Bank dürfte dann wieder geredet werden. Da geht es zum Beispiel um jene 3,9 Milliarden Euro, um die Porsches freie Mittel laut den Akten der Ermittler im Oktober 2008 binnen zwei Wochen zusammenschmolzen. Die Milliarden flossen vor allem an die Maple Bank.

Und da geht es auch um einen scheinbaren Strategiewechsel der Staatsanwälte, die plötzlich eine angebliche Geldnot von Porsches Finanzpartner in den Fokus rückten. manager-magazin.de zeichnet die erstaunlich große Rolle der kleinen Bank im spektakulärsten Übernahmekampf der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte nach.

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