Samstag, 3. Dezember 2016

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Personalkosten Deutschbanker sind die teuersten

Deutsche Bank zahlt doppelt so viel wie Sparkassen: Personalkosten großer deutscher Bankengruppen im Überblick (zur Großansicht bitte aufs Bild klicken)
manager magazin online
Deutsche Bank zahlt doppelt so viel wie Sparkassen: Personalkosten großer deutscher Bankengruppen im Überblick (zur Großansicht bitte aufs Bild klicken)

Wenn's ums Geld geht, eher nicht Sparkasse. Die höchsten Gehälter sind noch bei den privaten Großbanken zu finden, auch wenn der Abstand seit der Finanzkrise schmilzt. manager magazin online hat ausgewertet, wie viel die großen deutschen Bankengruppen für ihr Personal ausgeben.

Hamburg - Die Sphären von Jürgen Fitschen und Anshu Jain sind weit entfernt. Während die Co-Chefs der Deutschen Bank mit einer Vergütung von je 7,5 Millionen Euro für 2013 an der Spitze der Topverdiener kratzen, müssen sich die durchschnittlichen Angestellten mit deutlich weniger begnügen.

Gut 125.000 Euro pro Beschäftigtem hat die Deutsche Bank im vergangenen Jahr an Personalaufwand im Durchschnitt geleistet. Das ist, dem Anspruch des Geldhauses als Nummer eins im Land entsprechend, die höchste Summe unter den großen deutschen Bankengruppen, wie eine Berechnung von manager magazin online auf Grundlage der Unternehmensberichte ergibt (siehe Grafik).

Im Vergleich zu 2007, als die Finanzkrise begann und dank hoher Boni für Rekordergebnisse noch fast 168.000 Euro pro Nase flossen, mussten die Deutschbanker erheblich zurückstecken. Allerdings hat sich der Kreis der Beschäftigten deutlich vergrößert. 2010 wuchs die Belegschaft vor allem durch die Übernahme der Postbank schlagartig von 77.000 auf mehr als 102.000 (und ist seitdem wieder leicht geschrumpft).

Obwohl die wenigen Investmentbanker die Summe nun mit viel mehr Normalverdienern in Filialen und Backoffice teilen müssen, hält sich der Durchschnittswert auch nach mehreren Sparrunden über dem des Krisenjahres 2008.

Commerzbank muss sich bescheiden geben

Für das Ego der Banker in den Frankfurter Zwillingstürmen vielleicht noch wichtiger: Sie spielen weiterhin in einer ganz anderen Liga als die Kollegen der Commerzbank Börsen-Chart zeigen, denen als Trost nur der höhere Turm bleibt. Auch die vom Staat gerettete gelbe Bank musste ihren Personalaufwand 2008 drastisch kürzen, um sich dann auf leicht höherem Niveau über 75.000 Euro pro Beschäftigtem einzupendeln.

Absolut gesehen, nähert sich der Personalaufwand dem der alten Commerzbank (ohne die ab 2009 konsolidierte Dresdner Bank) an - während die Mitarbeiterzahl noch spürbar größer ist.

Nur die KfW rüttelt am Führungsanspruch der Deutschen Bank

Die einzige Bank, die mit einem sechsstelligen Wert am Führungsanspruch der Deutschen Bank rüttelt, ist die KfW. Die staatliche Förderbank hat mit dem Wachstum ihrer Aufgaben in den vergangenen Jahren auch ihr Personal kräftig aufgestockt - auf immer noch nur rund 5000 Beschäftigte. Die nach Bilanzsumme drittgrößte deutsche Bank kommt ohne Filialnetz und fast ohne direktes Endkundengeschäft aus.

Das verzerrt den Vergleich zu den beiden eher bescheiden auftretenden Bankengruppen, die aber das Gros der Banker beschäftigen. Allein für die Sparkassen-Finanzgruppe einschließlich Landesbanken, Landesbausparkassen und Provinzial-Versicherungen arbeiten noch fast 350.000 Menschen - für rund 45.000 Euro pro Kopf, während die Genossen von Volks- und Raiffeisenbanken für ihre mehr als 190.000 Angestellten inzwischen gut 51.000 Euro ausgeben.

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