Mittwoch, 14. November 2018

Neuer Bafin-Chef Felix Hufeld "Aufsicht muss auch beißen können"

Jurist Hufeld: "Allein die noch so gute Analyse tut es nicht"
Schafgans DGPh / Bafin
Jurist Hufeld: "Allein die noch so gute Analyse tut es nicht"

Felix Hufeld hat eine klare Vorstellung, was Kontrolle von Banken, Versicherungen und Wertpapierhandel bedeutet: "Aufsicht muss auch beißen können - allein die noch so gute Analyse tut es nicht", ließ der Jurist Deutschlands Versicherer wissen, als er noch deren Oberaufseher war. Seit März führt der 53-Jährige als Präsident die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Ob jedoch der Titel "Bankenschreck" auf Hufeld passt, den ihm das "Handelsblatt" kurz nach seiner Berufung verpasste, muss sich noch zeigen. Zwar fordert Hufeld von den Banken angesichts der niedrigen Zinsen mehr Sparanstrengungen.

Bei anderer Gelegenheit machte der neue Bafin-Präsident aber auch deutlich, dass er kein Freund von Überregulierung ist: Es sei an der Zeit, die zahlreichen seit der Finanzkrise verschärften Regeln zu überprüfen. "Die Kunst besteht darin, die richtige Balance zu finden. Für diese Balance wird die Bafin - und werde ich - immer eintreten."

Seine berufliche Laufbahn begann Hufeld 1992 als Unternehmensberater bei Boston Consulting. Er stieg bei der Dresdner Bank zum Leiter der weltweiten Konzernentwicklung auf (1999 bis 2001) und leitete anschließend für fast zehn Jahre das Deutschland-Geschäft des internationalen Versicherungsmaklers Marsh.

Als er 2010 bei Marsh aufhört, konzentriert sich der gebürtige Mainzer zunächst auf einige Beteiligungen und Aufsichtsratsmandate. Ab Januar 2013 ließ sich Hufeld bei der Bafin in die Pflicht nehmen und übernahm die Versicherungsaufsicht.

Hufeld, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, lebt in Bad Homburg im Taunus. Gute Aufsicht bestehe darin, "dass man mal zupfen und mal streichen kann", beschrieb der Cello-Spieler einmal in einem Interview. Dass er den richtigen Ton trifft, kann Hufeld nun als Bafin-Präsident beweisen.

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