Samstag, 30. Juli 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Streit um Cum-Ex-Geschäfte Maschmeyer bringt Bankiersfamilie mit Morddrohungen in Verbindung

Nur mäßig getarnt: Carsten Maschmeyer (r.) mit seiner damaligen Freundin und jetztigen Ehefrau Veronica Ferres sowie TV-Moderator Johannes Kerner in Kitzbühel am Rande des Hahnenkamm-Rennens.
Getty Images
Nur mäßig getarnt: Carsten Maschmeyer (r.) mit seiner damaligen Freundin und jetztigen Ehefrau Veronica Ferres sowie TV-Moderator Johannes Kerner in Kitzbühel am Rande des Hahnenkamm-Rennens.

Der Streit zwischen Multi-Unternehmer Carsten Maschmeyer und dem Schweizer Bankhaus J. Safra Sarasin samt deren Eigentümerfamilie Safra gerät trotz eines in der vergangenen Woche geschlossenen Vergleichs zu einem Kriminalstück. Nachdem die finanziellen Details offenbar geklärt sind, geht es jetzt um die Begleitumstände des Streits.

Der war vergangenes Frühjahr eskaliert, als Maschmeyer nach eigenen Angaben zwei anonyme Schreiben mit Morddrohungen erhalten hatte. Die Briefe, so sieht es der Milliardär und Investor, seien von der Gegenseite gekommen, um ihn von einem Vorgehen gegen die Bank abzuhalten. "Ich bin mir absolut sicher, dass die Drohungen aus dem Umfeld der Familie Safra stammen", sagte Maschmeyer manager-magazin.de. "Der Zusammenhang mit den Fonds, die Forderung, nicht gegen die Bank vorzugehen - vieles deutet in diese Richtung." Die Familie Safra wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Maschmeyer; dessen Vermögen aus der Gründung und dem späteren Verkauf des Finanzvertriebs AWD an Swiss Life stammt, hatte ab Dezember 2010 in drei Tranchen 55 Millionen Euro bei der damals noch unter Bankhaus Sarasin formierenden Baseler Traditionsadresse angelegt, darunter auch Geld seiner Ehefrau Veronica Ferres und dem mit dem Paar befreundeten Fußballtrainer Mirko Slomka. Die Summe floss in Aktienfonds, deren Clou darin bestand, sich einmal an den deutschen Fiskus gezahlte Kapitalertragssteuern gleich mehrfach zurück erstatten zu lassen.

Als die deutschen Steuerbehörden die Zahlungen an die Fonds stoppten, drohten Maschmeyers Investmentclub massive Verluste. Der Milliardär, der von der gewagten steuerlichen Konstruktion der Sarasin-Fonds nichts mitbekommen haben will, fühlte sich von Sarasin getäuscht, schaltete seine Anwälte ein und forderte sein Geld zurück.

Die Bank, die zwischenzeitlich von der brasilianischen Finanzdynastie Safra übernommen worden war, wehrte sich monatelang gegen die Forderung, stimmte aber, wie aus Justizkreisen verlautet, kürzlich einem Vergleich zu.

Danach bekommt Maschmeyer nach Abzug von Provisonen und Gebühren etwas mehr als 52 Millionen Euro zurück. Damit hat er sein Ziel früher als Drogeriekönig Erwin Müller und Großschlachter Clemens Tönnies erreicht, die ähnliche Deals mit der Baseler Bank abgeschlossen hatten, allerdings bis heute auf eine Einigung warten. Seinen Frieden mit der Bank und ihren Eigentümern aber hat Maschmeyer bis heute nicht gemacht.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH