Mittwoch, 31. August 2016

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Zinsskandal Bafin durchleuchtet gesamten Vorstand der Deutschen Bank

Bankfiliale: Vernichtender Zwischenbericht der Bafin

Die Bafin ist unzufrieden mit der internen Aufarbeitung der Libor-Affäre bei der Deutschen Bank. Einem "Spiegel"-Bericht zufolge lässt die Finanzaufsicht nun den gesamten erweiterten Vorstand des Instituts sowie Führungskräfte unter die Lupe nehmen.

Hamburg - Die Finanzaufsicht Bafin hegt offenbar großes Misstrauen gegen die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und ihre interne Aufarbeitung der Libor-Affäre. Bereits vergangenen August hatte die Behörde einen vernichtenden Zwischenbericht dazu geschrieben und eine neue Sonderprüfung durch externe Wirtschaftsprüfer eingeleitet, berichtet der "Spiegel".

Eine aktuelle Auftragsbeschreibung für die Prüfer von Ernst & Young zeige nun, dass die Bafin derzeit den gesamten erweiterten Vorstand und weitere Führungskräfte unter die Lupe nehmen lässt. Das Papier mache deutlich, dass aus Sicht der Ermittler noch immer nicht ausreichend geklärt ist, wann Co-Chef Anshu Jain von möglichen Libor-Manipulationen in der Branche im Allgemeinen und bei der Deutschen Bank erfahren hat.

Bei der Bank of England waren mögliche Libor-Manipulationen schon Mitte 2008 ein Thema, wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtet. Am 10. Juni hatte Anshu Jain ein Meeting mit den Notenbankern. Seine Mitarbeiter präparierten ihn mit dem Hinweis, dass auch das Thema Libor zur Sprache kommen könnte, was dann aber offenbar nicht der Fall war.

In dem Ernst & Young-Papier heißt es allerdings, im Zuge einer Untersuchung durch die Bundesbank habe Jain später "versucht herauszufinden, ob es 'problematische' Dokumente im Zusammenhang mit diesem Treffen bei der Bank of England gab".

Im Streit mit entlassenen Händlern im Zuge der Libor-Affäre versuchte die Deutsche Bank zuletzt, sich auf einen Vergleich zu einigen.

ts/Der Spiegel

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