Montag, 19. November 2018

"Sheridan"-Fonds Klagewelle rollt auf Bankhaus Sarasin zu

Carsten Maschmeyer: Der AWD-Gründer zählt zu den prominentesten Klägern gegen das Bankhaus Sarasin, zahlreiche weitere werden folgen

Der Bank Sarasin droht eine Welle von Klagen aufgebrachter Anleger. Sie haben insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag in sogenannte "Sheridan"-Fonds investiert, die mit inzwischen verbotenen Cum-Ex-Geschäften hantiert haben. Die Erfolgsaussichten der Kläger stehen nicht schlecht.

Hamburg - Zahlreiche Investoren bereiteten derzeit Klagen gegen die Baseler Privatbank J. Safra Sarasin vor. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Donnerstag (17. April) im Handel ist. Bisher gehen schon AWD-Gründer Carsten Maschmeyer und Drogeriekönig Erwin Müller gegen die Bank vor und fordern die Rückabwicklung ihrer Investments. Maschmeyer und Müller klagen überdies wegen Betrugs und Täuschung.

Ihr Vorwurf: Sarasin habe sie in die angeblich hochrentierlichen Fonds gelockt, ohne über deren Risiken und Anlagepolitik aufzuklären. Die in Steuerparadiesen wie Luxemburg und Irland ansässigen Fonds tricksten mit Aktiendeals rund um den Dividendenstichtag und ließen sich vom deutschen Fiskus Kapitalertragsteuern gleich mehrfach erstatten.

Die Fonds waren Teil des Projekts "Gipfelsturm", mit dem Sarasin reiche Klienten anwerben wollte.

Seit 2012 ist die sogenannte Cum-Ex-Praxis nicht mehr erlaubt. Die Folge: Die Fonds gerieten unter Wasser und konnten die 8 bis 10 Prozent Rendite, die Sarasin in Aussicht gestellt hatte, nicht annähernd erzielen.

Erfolgsaussichten der "Sheridan"-Kläger stehen nicht schlecht

Dass die Erfolgsaussichten der "Sheridan"-Kläger nicht schlecht stehen, belegen Dokumente, die manager magazin vorliegen. So hielt es die renommierte Kanzlei Freshfields bereits im März 2013 im Rahmen einer Risikoanalyse im Auftrag von Sarasin für "überwiegend wahrscheinlich", dass Müller eine Klage gegen die Bank wegen Falschberatung vor einem deutschen Gericht gewinnt. Schließlich sei der milliardenschwere Drogist über die weitreichenden Risiken des Fonds nicht informiert worden.

In einem bankinternen Memo vom 13. Juni 2013 wird der Fall einer Sheridan-Anlegerin skizziert, die Sarasin in Risikoklasse 3 ("mittel") der fünfstufigen Skala eingestuft hatte. Kunden dieser Art dürfen höchstens 25 Prozent ihres Geldes in Anlagen investieren, die der höchsten Risikoklasse 5 entsprechen.

Tatsächlich empfahlen die Berater der Kundin, 60 Prozent ihres Vermögens plus Fremdkapital in "Sheridan"-Fonds zu stecken - per Definition ein Hedge-Fonds, den Sarasin selbst in die Risikoklasse 5 einsortierte. Das Investment habe weder den Bedürfnissen der Kundin noch ihrem Risikoprofil entsprochen, schlussfolgerte Sarasin.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Mai-Ausgabe des manager magazins, die jetzt am Kiosk liegt. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen. Die digitale Ausgabe ist bereits ab Mittwoch - 18 Uhr für Sie verfügbar.

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