Sonntag, 18. November 2018

Jamie Dimon gibt mehr Geschäfte ab Letzter Finanzkrisen-Dino bereitet seinen Abgang vor

Jamie Dimon: Sein Vertrag läuft noch fünf Jahre. Doch der Manager gibt zusehends mehr Geschäfte an die andere Vorstände ab - weil sie die Aufgaben mindestens genauso gut erledigen könnten

Nachdem der Abgang von Lloyd Blankfein von der Spitze der US-Bank Goldman Sachs bereits beschlossene Sache ist, wird mit Jamie Dimon, dem Chef von JP Morgan Chase, vermutlich bald ein weiterer der führenden Wall-Street-Banker, die noch aus den Zeiten der Finanzkrise verblieben sind, seinen Hut nehmen. Wie Dimon der "Financial Times" (€) sagte, wird er künftig mehr Aufgaben an seine beiden Mit-Vorstände Daniel Pinto und Gordon Smith abgeben. Der Zeitung zufolge ist das als klares Zeichen dafür zu werten, dass Dimon die Bank verlassen werde, wenn sein Vertrag in fünf Jahren ende.


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Dimon steht seit Mitte der 2000er Jahre an der Spitze von JP Morgan Chase und gilt als dienstältester unter den amtierenden Bankchefs der Wall Street. Er steuerte das Geldhaus unter anderem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise. So fiel unter seine Ägide auch die Übernahme der einstigen US-Investmentbank Bear Stearns, als diese 2008 kurz vor der Pleite stand, sowie des Finanzunternehmens Washington Mutual im gleichen Jahr. Später musste JP Morgan nach einem Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC die Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar für fragwürdige Geschäfte während der Krise zahlen.

Nachdem Dimon im Jahr 2014 eine Krebserkrankung überstanden hatte, erschien seine berufliche Zukunft zunächst eine Zeit lang unklar. Anfang dieses Jahres verlängerte JP Morgan jedoch den Vertrag mit dem Topbanker um fünf Jahre und holte zugleich Pinto und Smith an die Spitze.

Pinto leitet gegenwärtig das Investmentbanking des Unternehmens, während Smith für die Privatkundensparte verantwortlich ist. Als Kandidaten für den Chefposten sind nach Ansicht Dimons offenbar beide geeignet. "Wenn Sie Tom Bradys auf dem Feld haben, dann lassen Sie sie Quarterback spielen und können selbst der Coach sein", sagte er der "FT". Brady ist einer von zwei US-Footballspielern auf der wichtigen Position des Spielmachers ("Quarterback"), die bereits fünfmal die US-Meisterschaft, den sogenannten Super Bowl, gewonnen haben.

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Chancen auf die Nachfolge Dimons hat der "FT" zufolge allerdings auch Marianne Lake, die Finanzchefin der Bank. Für die 49-jährige spreche deren junges Alter sowie ihr gutes Standing bei Investoren, so die Zeitung.

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