Dienstag, 26. März 2019

Verbotene Cum-Ex-Geschäfte HVB verklagt drei Ex-Vorstände - Allianz soll zahlen

HypoVereinsbank: Die UniCredit.-Tochter hatte lange hinter verschlossenen Türen versucht, mit den Anwälten der Ex-Vorstände einen Kompromiss zu finden

Die HypoVereinbank verklagt drei Ex-Vorstände auf 180 Millionen Euro Schadensersatz. Die Unicredit-Tochter trägt damit die Schlammschlacht um verbotene Cum-Ex-Geschäfte doch öffentlich aus. Von den Ex-Managern wird wohl nichts zu holen sein. Aber es gibt da ja einen großen Versicherer.

Ein internes Gutachten des Mutterkonzerns Unicredit kam bereits im März zu diesem Schluss. Die drei ehemaligen Vorstände der HypoVereinsbank sollen im Skandal um verbotene Aktiengeschäfte für den entstandenen Schaden haften. Die HVB ist jetzt dem Rat des Gutachtens gefolgt und hat die ehemaligen Vorstände auf 180 Millionen Euro Schadensersatz verklagt, berichtet nun das "Handelsblatt" (kostenpflichtig).

Die Bank wirft den ehemaligen Vorständen Rolf Friedhofen, Andreas Wölfer und Roland Seilheimer vor, ihre Vorstandspflichten verletzt zu haben, weil sie die inkriminierten Cum-Ex-Aktiengeschäfte zwischen 2005 und 2008 nicht unterbunden hätten.

Friedhofen war bis 2010 Finanzvorstand bei der HVB, wechselte in gleicher Funktion zur BHF Bank. Roland Seilheimer zeichnete für das Investmentbanking verantwortlich, Andreas Wölfer war für die vermögenden Kunden bei der HVB verantwortlich.

Dass die Bank jetzt gegen ihre ehemaligen Vorstände vor Gericht zieht, ist bemerkenswert. Denn zunächst wollte die HVB eine öffentlich Schlammschlacht vermeiden, sich hinter geschlossenen Türen mit den Anwälten der Betroffenen einigen. Dieser Weg war möglich, weil die Ex-Banker einem Verjährungsverzicht zugestimmt hatten. Aber offensichtlich führte er aus Sicht der HypoVereinbank in die Sackgasse.

Dass bei den ehemaligen Managern rund 180 Millionen Euro zu holen sind, gilt als relativ unwahrscheinlich. Die Klage zielt wohl vor allem darauf ab, über das Verfahren die sogenannte D&O-Versicherung für den Schaden aufkommen zu lassen. In der Regel schließen Unternehmen selbst solche Policen für ihre Manager ab, die sie vor Schäden oder das Unternehmen vor Schadenersatzansprüchen schützt.

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