Sonntag, 19. November 2017

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Staatsbank will Abwicklung abwenden HSH meldet Kaufinteresse in eigener Sache

Kämpft um seinen Verkauf: HSH-Nordbank-Chef Stefan Ermisch.

Die Staatsbank HSH Nordbank hat weiterhin Hoffnung, einer Abwicklung zu entgehen. Der Verkaufsprozess werde fortgesetzt, teilten am Sonntag die Hamburger Finanzbehörde und das schleswig-holsteinische Finanzministerium in Kiel mit. Es seien verbindliche Angebote für die Übernahme der Bank abgegeben worden. Sie würden nach erster Sichtung eine gute Grundlage bieten, um den Verkaufsprozess fortzusetzen.

Bis zum Februar muss ein unterschriftsreifer Kaufvertrag ausverhandelt werden. Sollte der Verkauf scheitern, muss die Bank nach den Auflagen der EU-Kommission abgewickelt werden - ein potentiell milliardenschweres Risiko auch für den gesamten Sparkassensektor.

Die HSH Nordbank steht seit Anfang des Jahres zum Verkauf, nachdem sie zuvor durch staatliche Maßnahmen gerettet wurde. Den Verkauf hatte die EU-Kommission zur Auflage gemacht, nachdem die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein ihre Garantien für die Bank ausweiten mussten. Zuletzt waren nach unbestätigten Informationen noch fünf anglo-amerikanische Finanzfonds im Rennen. Sie sollen die gesunde Kernbank und die mit Risiken behaftete Abbaubank übernehmen, aus denen die HSH Nordbank besteht.

HSH-Nordbank-Chef Stefan Ermisch hatte sich kürzlich zuversichtlich über die Verkaufschancen für die Bank geäußert und die Risiken für die Erwerber auf weniger als zwei Milliarden Euro beziffert. Ein erfolgreicher Verkauf wäre vor allem für die rund 2000 Beschäftigten eine gute Nachricht. Die Steuerzahler in Hamburg und Schleswig-Holstein werden die Fehler der Bank in den Jahren vor 2009 nach Einschätzung der Kieler Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) 10 bis 16 Milliarden Euro kosten.

dpa-afx, soc

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