Sonntag, 24. März 2019

Vorstand informiert über Stellenstreichungen HSH-Banker zittern - bis zu 800 weitere Jobs auf der Kippe

Der Umbau bei der verkauften ehemaligen HSH Nordbank geht weiter

Die frühere HSH Nordbank, die jetzt Hamburg Commercial Bank heißt, will heute ihre Mitarbeiter auch über einen weiteren Personalabbau informieren, heißt es. Unter den neuen Eigentümern sollen auf mittlere bis zu 800 weiter Stellen wegfallen.

Die privatisierte HSH Nordbank plant einen deutlichen Personalabbau. Die Zahl der Vollzeitstellen solle von zuletzt 1720 binnen knapp drei Jahren auf rund 930 fallen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Kreise des Aufsichtsrats. Am Dienstag sollen die Beschäftigten in Kiel und Hamburg informiert werden. Die Bank äußerte sich nicht dazu.

Das manager magazin hatte bereits Mitte/Ende November über den geplanten weiteren Stellenabbau berichtet. Demnach soll die Zahl der Beschäftigten um fast 40 Prozent auf unter 1000 sinken. Durch einen zeitgleichen Abbau von Sachkosten soll der Verwaltungsaufwand bis spätestens Ende 2021 von heute rund 460 Millionen Euro jährlich auf insgesamt nur noch 300 Millionen Euro fallen - ein Rückgang von 35 Prozent.


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Bevor das Institut durch die Krise am Finanzmarkt und in der Schiffsbranche ins Schlingern geriet, lag die Zahl der Beschäftigten Ende 2008 noch bei rund 5000. HSH-Chef Stefan Ermisch will die Bank mit schlankeren Strukturen spürbar profitabler machen, um strenge Vorgaben zum Wechsel in den Haftungsverbund der privaten Banken zu erfüllen. Mit der Privatisierung werden Aufgaben wegfallen, zudem sollen große Teile der IT ausgelagert werden. Die Bank soll künftig als "Hamburg Commercial Bank" (HCOB) am Markt auftreten.

Die HSH Nordbank ist als erste deutsche Landesbank privatisiert worden. Neue Eigentümer sind Finanzinvestoren um Cerberus und J.C. Flowers. Sie kauften das Institut für rund eine Milliarde Euro von Hamburg und Schleswig-Holstein, die ihre Bank auf Druck der EU veräußern mussten.

Die HSH Nordbank war im Juni 2003 aus den Landesbanken in Hamburg und Kiel entstanden und hat somit gut 15 Jahre lang existiert. In dieser Zeit geriet sie in die Finanzkrise und verschiedene andere Skandale und musste mehrfach mit Steuergeld gerettet werden. Am Ende verfügte die EU-Kommission den Verkauf oder die Abwicklung der Bank.

rei mit Nachrichtenagenturen

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