Mittwoch, 15. August 2018

HNA will Vermögenswerte für 16 Milliarden verkaufen Deutsche-Bank-Großaktionär HNA startet Ausverkauf

Für das chinesische Konglomerat HNA wird es offenbar eng

Der Deutsche-Bank-Großaktionär HNA steckt offenbar in größeren finanziellen Schwierigkeiten als bislang bekannt. Um seine Liquidität zu sichern, werde HNA in den nächsten Monaten Vermögenswerte im Wert von rund 16 Milliarden Dollar verkaufen. Der große Ausverkauf könnte jetzt damit begonnen haben, heißt es.

Die Liquiditätsprobleme des Deutsche-Bank-Großaktionär HNA sind offenbar größer als bislang bekannt. Um an frisches Geld zu gelangen, will das chinesische Konglomerat in den nächsten Monaten Vermögenswerte in Höhe von umgerechnet 16 Milliarden Dollar (100 Milliarden Yuan) verkaufen, berichtet die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch.

Ein Viertel der Summe wolle HNA noch im ersten Quartal erlösen und den Rest dann im zweiten Quartal. HNA hatte laut Bloomberg erst am Vortag seine Gläubiger über einen möglichen Liquiditätsengpass von mindestens 2,4 Milliarden Dollar in Kenntnis gesetzt.

Das chinesische Konglomerat ist nach milliardenschweren, schuldenfinanzierten Zukäufen in Turbulenzen geraten und steht wegen seiner undurchsichtigen Eigentümerstruktur auch im Visier von Aufsichtsbehörden. Etwa die Hälfte der börsennotierten Beteiligungen waren zuletzt wegen erwarteter Mitteilungen zu Umstrukturierungen vom Handel ausgesetzt.

Kurzfristige Schulden offenbar immer schwerer zu bedienen

Laut Bloomberg hatte HNA Ende Juni vergangenen Jahres Vermögenswerte in Höhe von 190 Milliarden US-Dollar angehäuft - mehr als etwa die US-Bank American Express. Zudem hielt die Gruppe zu diesem Zeitpunkt Beteiligungen im Wert von 30 Milliarden Dollar. Real Capital Analytics wiederum schätzt allein das Immobilienvermögen von HNA auf mehr als 14 Milliarden Dollar.

Zum gleichen Zeitpunkt sollen laut Bloomberg die kurzfristigen Schulden der Gruppe umgerechnet mehr als 29 Milliarden Dollar (183 Milliarden Yuan) betragen haben - und damit mehr als HNA durch Barmittel und laufende Einnahmen hätte decken können.

Wie Bloomberg weiter berichtet, habe HNA längst mit dem Verkauf von Immobilien begonnen. So habe das Konglomerat in der vergangenen Woche dem Verkauf einer Gewerbeimmobilie in Sydney für umgerechnet 165 Millionen US-Dollar an den US-Finanzinvestor Blackstone zustimmt. Weitere große Immobilienverkäufe seien in Hongkong, London und New York geplant.

Kreditexperten erwarten nun, dass die Gläubigerbanken HNA in Kürze mit einer Liquiditätsspritze zur Seite springen müssen, zitiert Bloomberg Warut Promboon, geschäftsführender Partner vom Kreditresearch-Spezialisten Bondcritic.

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