Dienstag, 16. Oktober 2018

Gewinnsprung um 44 Prozent - und Chefwechsel im Oktober Blankfein geht - David Solomon wird Chef von Goldman Sachs

Der Neue: David M. Solomon (links im Bild) führt Goldman Sachs ab 1. Oktober. Lloyd Blankfein (rechts im Bild) geht Ende September

Die führende US-Investmentbank Goldman Sachs bekommt einen neuen Chef. David Solomon, zur Zeit die Nummer Zwei des Geldhauses, soll auf Unternehmenschef Lloyd Blankfein folgen und die Bank ab 1. Oktober als CEO führen. Der 56-jährige Solomon leitet zur Zeit als "President" unter Blankfein das Tagesgeschäft der Bank.

Der 63jährige Blankfein ist einer der dienstältesten CEOs an der Wall Street und steht seit 2006 an der Spitze der Investmentbank. Er soll bis Jahresende als Chairman von Goldman Sachs an Bord bleiben, ab 2019 wird Solomon dann zusätzlich auch Chairman.

Die Bank plant seit Längerem den schrittweisen Ausstieg von Blankfein. Dieser hatte schon öffentlich angekündigt, dass Solomon seine Nachfolge antreten soll. Solomon leitet derzeit nicht nur das Tagesgeschäft der Bank, sondern tritt gelegentlich auch als "DJ D-Sol" auf.

David Solomon: Wenn der Goldman-Chef den Plattenteller dreht

"Unternehmen müssen sich verändern, wenn sie sich weiterentwickeln und weiterhin erfolgreich sein wollen", sagte Solomon in einem gemeinsamen Interview mit Blankfein. Und Blankfein nahm seinen Abschied gelassen: "Wenn die Geschäfte schlecht laufen, kannst Du nicht gehen. Wenn sie gut laufen, willst du nicht gehen. Das führt dazu, dass viele Unternehmenschef oft den richtigen Moment verpassen und zu lange bleiben."

Am Plattenteller: Der künftige Goldman Sachs Chef David Solomon

Goldman Sachs steigert Gewinn um 44 Prozent

Neben dem Chefwechsel verkündete die Investmentbank auch glänzende Geschäfte. Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen hat dank guter Geschäfte an den Kapitalmärkten deutlich mehr verdient. Der Überschuss sei im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 2,35 Milliarden Dollar (2 Mrd Euro) gestiegen, teilte die Bank am Dienstag in New York mit. Damit überraschte die Bank die Experten, die mit einem geringeren Gewinnanstieg gerechnet hatten. Ebenfalls stärker als erwartet zogen die Erträge an. Diese legten um rund ein Fünftel auf 9,4 Milliarden Dollar zu.

DJ D-Sol auf Soundcloud

Dabei zog vor allem das zuletzt oft schwächelnde Geschäft im Handel mit Anleihen, Rohstoffen und Währungen für Kunden kräftig an. Hier stiegen die Erträge im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Aber auch im klassischen Investmentbanking - also der Beratung bei Übernahmen und Fusionen sowie der Unterstützung bei Ausgabe von Aktien oder Schuldtiteln - lief es gut. Hier stiegen die Erträge um 18 Prozent auf etwas mehr als zwei Milliarden Dollar.

la/dpa/reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH