Freitag, 24. November 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Ex-Finanzminister gab Steuererklärung verspätet ab Strafbefehl gegen Sparkassenchef Fahrenschon

Georg Fahrenschon: Der Ex-Finanzminister und aktuelle Präsident des Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hat Ärger mit der Steuer

Die Staatsanwaltschaft München hat einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung gegen den Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, beantragt. Der frühere CSU-Politiker bestätigte den Vorwurf am Dienstag gegenüber der "Bild"-Zeitung. Grund sei die verspätete Abgabe seiner Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2014, sagte der 49-Jährige.

Er habe seine Einkommen- und Umsatzsteuererklärung der entsprechenden Jahre erst 2016 eingereicht, sagte Fahrenschon weiter. Die Staatsanwaltschaft werte das Versäumnis als vorsätzliche Steuerhinterziehung.

Er bedauere sein Versäumnis, sagte Fahrenschon. "Im Jahr 2016 wurden alle vom Finanzamt festgestellten Steuern, Zinsen sowie die zu Recht erhobenen Säumniszuschläge bezahlt."

Fahrenschon erklärte, er habe keine Steuern hinterzogen, wie von der Staatsanwaltschaft unterstellt. Sein Verhalten sei zwar kritikwürdig, stelle aber keine vorsätzliche Straftat dar. "Deshalb habe ich den erlassenen Strafbefehl nicht akzeptiert, sondern bitte das zuständige Gericht um eine vollständige und gerechte Bewertung des Sachverhalts." Beim Amtsgericht München war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Fahrenschon stellt sich in dieser Woche zur Wiederwahl

Fahrenschon war von 2002 bis 2007 Bundestagsabgeordneter und von 2008 bis 2011 bayerischer Staatsminister der Finanzen. Ende November 2011 wurde er zum DSGV-Präsidenten gewählt.

Die Ermittlungen kommen für Fahrenschon, der seit 2012 Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes ist, zur Unzeit. Am Mittwoch (8. November) steht er auf dem Verbandstag zur Wiederwahl an - seine erste sechsjährige Amtszeit endet im kommenden Frühjahr.

la/dpa

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH