Dienstag, 28. Juni 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Starke Kursschwankungen Sind Bankaktien jetzt günstig oder teuer?

Bankenviertel in Frankfurt: Die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank schwankten in dieser Woche jeweils um rund 20 Prozent

Die Aktien von Commerzbank und Deutscher Bank haben in dieser Woche um mehr als 20 Prozent geschwankt. Doch eine Aktie, die tief fällt, wird nicht zwangsläufig günstig.

Bankaktien sind derzeit wie ein Seismograf der Anlegerseele. Erst ging es mit den Papieren der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen sowie der Commerzbank Börsen-Chart zeigen steil nach unten, sie waren von Anfang Januar bis Mitte Februar mit Verlusten von 30 Prozent und mehr die größten Verlierer im Dax 2016. Dann schnellten die Kurse wieder zweistellig nach oben, um am Freitag wieder abzusacken: Allein in dieser Woche betrug die Schwankungsbreite bei Deutscher Bank und Commerzbank jeweils rund 20 Prozent. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.

Was also tun, fragen sich Investoren. Hände weg von Bankaktien? Oder den Einstieg wagen? Ob Aktien der schwer gebeutelten Geldinstitute derzeit zur Geldanlage taugen, daran scheiden sich die Geister.

Robert Smith zum Beispiel verwaltet für Barings einen Fonds, der in deutsche Aktien investiert - er ist damit gewissermaßen von Amts wegen für Deutschland optimistisch. "Die Bedingungen in der Eurozone sind für Anleger im Jahr 2016 besonders günstig. Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle", sagt er. Doch die größten Sektoren im Barings-Fonds sind Industrie, zyklischer Konsum und Informationstechnologie. Nicht aber Banken.

Banken-Aktien: Der Hoffnungs-Lauf

Commerzbank:
Die Commerzbank hat erstmals seit fünf Jahren wieder einen Milliardengewinn erwirtschaftet, und eine Dividende gibt es auch. So verabschiedet sich Coba-Chef Martin Blessing.

Banken-Aktien: Der Hoffnungs-Lauf

Deutsche Bank:
Die zwischenzeitliche Flucht der Investoren aus der Aktie der Deutschen Bank hat deren Vorstand zu einem dramatischen Appell veranlasst: Die Anleger sollten bitte Vertrauen haben, dass die Bank die Zinsen auf ausstehende Anleihen bedienen könne, teilte die Bank sinngemäß am Montagabend (8. Februar) mit. Zudem kündigte die Bank einen Rückkauf von Schuldscheinen an - die Aktie hat sich daraufhin etwas stabilisiert.

Banken-Aktien: Der Hoffnungs-Lauf

Kurskapriolen:
Bankaktien schwanken kräftig. In keiner Branche verändert sich das Sentiment, also die Einschätzung der Investoren, derzeit so schnell. Nichts für schwache Nerven.

Banken-Aktien: Der Hoffnungs-Lauf

Mario Draghi:
Der EZB-Präsident belässt die Leitzinsen nahe Null - in einem dauerhaften Niedrigzins-Umfeld müssen die europäischen Banken ihr Geschäftsmodell neu justieren. Die Branche steckt mitten im Umbruch.

Banken-Aktien: Der Hoffnungs-Lauf

Bank of America:
Amerika, du hast es besser? Trotz der Turbulenzen an den Märkten steigern US-Banken wie Bank of America und Morgan Stanley ihre Gewinne kräftig. Dabei kam den US-Geldhäusern zugute, dass sie die Spätfolgen der Finanzkrise mittlerweile verdaut haben. Vor allem teure Rechtsstreitigkeiten, unter denen die Deutsche Bank immer noch leidet, hatten den US-Finanzkonzernen in den Vorjahren immer wieder die Bilanzen verhagelt.

Befragt man dagegen Mark Burgess vom britischen Fondshaus Columbia Threadneedle, klingt dessen Antwort vergleichsweise optimistisch. "Ein Lehman-Fiasko wie im Jahr 2008 (...) haben wir nicht zu befürchten, da das Finanzsystem von heute viel stärker ist als damals", so Burgess. Zwar seien die Aussichten für die Rentabilität der Banken angesichts der niedrigen Zinsen trübe - doch die Kreditinstitute verfügten über ausreichend Kapital, um unvermeidliche Abschreibungen zu verkraften.

Eine Umfrage des Beratungshauses Ernst & Young unter Fondsmanagern ergibt, dass die Finanzexperten zwar Europas Finanzwerte eher ablehnen, nicht aber die entsprechenden Aktien aus Deutschland. 66 Prozent der Profiinvestoren "sehen in deutschen Bankaktien weitere Kurspotenziale", so das Ergebnis der Umfrage. Und 80 Prozent der Anlageprofis bewerten den Ausblick für die deutsche Gesamtwirtschaft mit "gut" oder "sehr gut". Wie aber passt das mit dem eher verhaltenen Ausblick zusammen?

Seite 1 von 2
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH