Freitag, 29. Juli 2016

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Fünf Jahre nach Lehman Wen die Lehman-Pleite reich und mächtig machte

Vor fünf Jahren ging Lehman Brothers pleite. Nur wenige Topmanager der Investmentbank kehrten danach erfolgreich in den Finanzsektor zurück - andere wurden durch das Drama reich und mächtig. manager magazin online zeigt, was aus den Lehman-Protagonisten geworden ist.

Der Verfemte: Ex-Lehman-Chef Richard Fuld galt schon vor der pleite als überbezahlter "Gorilla"
Seit der Lehman-Pleite ist er das Symbol für Gier, Großmannssucht und Missmanagement an der Wall Street: Richard Fuld. Egal wo sich der letzte Vorstandschef von Lehman Brothers seither öffentlich zeigt: Überall ruft er den Zorn seiner Umgebung hervor. Bereits legendär sind die Bilder jener Wutbürger, die kurz nach der Insolvenz Fulds Anhörung vor Mitgliedern des Kongresses in Washington torpedieren.

Umstritten war der Manager schon während seiner Amtszeit: Bei Lehman trägt er wegen seines rauen Umgangstons den Spitznamen "Gorilla". 2008, im Sterbejahr der Bank, kürt ihn die Financial Times zum überbezahltesten CEO der Wall Street - in zwei Jahren zuvor hatte Fuld zusammen fast 80 Millionen Dollar Gehalt kassiert.

An der Wall Street gilt der 67-Jährige bis heute als Verfemter. 2009 gründet er ein Beratungsunternehmen, aber das Geschäft läuft mies - zu schlecht ist sein Image. 2010 wechselt er zu Legend Securities, einem weithin unbekannten Broker - doch die Aufsichtsbehörden verweigern ihm, dem ehemaligen Chef des Wall-Street-Dickschiffes Lehman, die nötige Brokerlizenz.

Fulds Villa in Florida gehört inzwischen seiner Frau

In der Finanzszene macht der "Fluch des Dick Fuld" die Runde, der die Nachlassverwalter des Lehman-Reichs trifft: Bob Diamond und Kenichi Watanabe. Die Chefs von Barclays Börsen-Chart zeigen und Nomura Holdings Börsen-Chart zeigen hatten sich die Lehman-Reste zu Spottpreisen einverleibt, wurden später aber mit Schimpf und Schande aus ihren Ämtern gejagt.

Und doch hätte es für Fuld schlimmer kommen können: Anders als zum Beispiel die Verantwortlichen des zusammengebrochenen Energiekonzerns Enron wurde er nie strafrechtlich verfolgt. Und sein Haus in Florida, das er einst für 13,75 Millionen Dollar gekauft hatte, hat er zum Vermögensschutz vorsichtshalber auf seine Frau übertragen - sicher ist sicher.

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