Samstag, 10. Dezember 2016

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Ex-SGL-Carbon-Chef klagt Zeugenparade bei neuem Prozess gegen Sal. Oppenheim

Sal. Oppenheim in Köln: Das Bankhaus muss sich einer weiteren Klage stellen
Sal. Oppenheim
Sal. Oppenheim in Köln: Das Bankhaus muss sich einer weiteren Klage stellen

Robert Koehler, Ex-Chef von SGL Carbon, hat das Bankhaus Sal. Oppenheim wegen eines Fondsinvestments verklagt. Einen ersten Sieg hat er schon errungen: Das Gericht hat zahlreiche prominente Zeugen vorgeladen.

Hamburg - In zwei Jahrzehnten als Anführer des Kohlenstoffkonzerns SGL Carbon ging Robert Koehler (65) keinem Clinch aus dem Weg. Den Topjob ist er zwar seit Jahresbeginn los, Großaktionärin Susanne Klatten (51) wollte es wohl so. Dafür hat Koehler nun mehr Zeit, sich anderen Fights zu widmen, etwa dem gegen Sal. Oppenheim.

Koehler hat das Bankhaus verklagt, weil er sich bei einer Anlage beim Filmstudio-Fonds "Ossendorf I" falsch beraten fühlt. Er stärkt damit die Riege prominenter Kläger, die wegen Oppenheim-Esch-Fonds gegen die Kölner Tochter der Deutschen Bank klagen. Zu ihr gehören die Schuhdynastie Deichmann, der Industrielle Hubertus Benteler (67), die Händlerfamilie Kreke (Douglas), die Kölner Verlegerfamilie DuMont sowie der Bankierserbe Wilhelm von Finck junior (53).

Sal. Oppenheim hat ein Fehlverhalten stets bestritten und einige Verfahren erstinstanzlich gewonnen. In einem Prozess hat sich allerdings auch ein Kläger in erster Instanz gegen das Bankhaus durchgesetzt.

Prominente Ex-Banker und Ex-Manager als Zeugen geladen

Einen Erfolg kann sich Koehler bereits ans Revers heften. Als Erstem von einem guten Dutzend Klägern ist es ihm gelungen, ein Zivilgericht in einem Oppenheim-Esch-Verfahren zu umfassenden Zeugenvorladungen zu bewegen. So hat Richter Johannes Hogenschurz nicht nur die Ex-Privatbankiers Christopher von Oppenheim (48), Matthias Graf von Krockow (64) und mehrere ihrer Ex-Mitarbeiter herbeizitiert. Gleiches gilt für Gustav Adolf Schröder (70), den Ex-Boss der Sparkasse KölnBonn. Schröder hatte sich persönlich sehr für den Fonds engagiert, und sein öffentlich-rechtliches Institut stellte vielen Anlegern Kredite zur Verfügung.

Ebenfalls geladen ist ein Ex-Manager von RTL. Der TV-Konzern war einst Miteigentümer des Filmstudiobetreibers MMC, der als Mieter für die Immobilie vorgesehen war, die der Oppenheim-Esch-Fonds in Köln-Ossendorf mit dem Geld der Investoren baute.

Einige Kläger werfen Sal. Oppenheim vor, sie über die schlechte wirtschaftliche Lage der MMC nicht aufgeklärt zu haben. Das Bankhaus hatte das vor Gericht zurückgewiesen. In der Tat geriet allerdings die MMC einige Jahre nach dem Einzug in die Fondsimmobilie in Schwierigkeiten, und der Fonds musste die Miete erheblich senken, so dass die den Investoren versprochene Rendite nicht mehr erreicht werden konnte.

Die Zeugenparade beginnt Anfang Februar vor dem Landgericht Köln.

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