Mittwoch, 23. Mai 2018

Aktie auf Talfahrt Bund stößt Deutsche Pfandbriefbank ab

Deutsche Pfanbriefbank: Mit dem Verkauf erlöste der verstaatlichte Immobilienfinanzierer HRE rund 287 Millionen Euro

Zehn Jahre nach der Rettung der Hypo Real Estate hat sich der deutsche Staat fast komplett aus ihrem Nachfolge-Institut pbb Deutsche Pfandbriefbank zurückgezogen. Die Hypo Real Estate (HRE) platzierte binnen weniger Stunden gut 22 Millionen pbb-Aktien bei großen Profi-Investoren, wie sie am Dienstagabend in München mitteilte.

Mit dem Verkauf erlöste der in der Finanzkrise verstaatlichte ehemalige Immobilienfinanzierer nach eigenen Angaben rund 287 Millionen Euro. Die HRE hielt seit dem Börsengang der pbb vor knapp drei Jahren noch 20 Prozent an dem Institut, in das der gesunde Teil ihres Geschäfts abgespalten worden war, nun sind es noch 3,5 Prozent.

Die begleitenden Banken bezifferten den Preis für das Paket von 16,5 Prozent auf 12,95 Euro je Aktie. Das ist ein Abschlag von 4 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs der pbb-Aktie von 13,50 Euro. Allein 4,5 Prozent - sechs Millionen Aktien - habe ein nicht näher genannter "langfristig orientierter institutioneller deutscher Investor" erworben, teilte die HRE mit.

Der Verkauf schickte die Papiere der Pfandbriefbank auf Talfahrt. Der Kurs fiel am Mittwoch um bis zu 4,1 Prozent auf 12,94 Euro. Dabei wechselten innerhalb der ersten Handelsstunde bereits mehr als doppelt so viele Pfandbriefbank-Aktien den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Organisiert worden war die Platzierung laut dem Reuters-Informationsdienst IFR von Citigroup, Credit Suisse und Morgan Stanley. Die restlichen 3,5 Prozent will die HRE mindestens noch für sechs Monate behalten.

Die Hypo Real Estate Holding gehört dem Finanzmarktstabiliserungsfonds (FMS), einem Sondervermögen des Bundes. Der FMS war zur Stabilisierung der deutschen Banken in der Finanzkrise 2008 gegründet worden. Er wird heute von der Finanzagentur verwaltet.

mg/rtr/dpa-afx

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