Donnerstag, 19. Juli 2018

Trotz Jahresverlust Deutsche Bank verteidigt Boni-Erhöhung

Marcus Schenck

Die Deutsche Bank muss 2017 wahrscheinlich den dritten Jahresverlust in Folge ertragen. Dennoch werden die Boni für Manager offenbar steigen - wie ein Interview der beiden Vizechefs nahelegt.

Die beiden stellvertretenden Vorstandschefs der Deutschen Bank, Marcus Schenck und Christian Sewing, haben sich in einem gemeinsamen Interview für höhere Bonuszahlungen ausgesprochen. "Wettbewerbsfähige Bezahlung ist für die Bank ein wichtiger Punkt", sagte Sewing dem "Handelsblatt".

Unbestätigten Berichten zufolge hatte die Höhe der Zahlungen im Vorstand und Aufsichtsrat der Bank für Streit gesorgt. Für das Jahr 2015 hatte die Bank noch rund 1,4 Milliarden Euro an Investmentbanker ausgeschüttet; 2016 wurden die Boni drastisch gekürzt, viele Banker kassierten gar keine Zusatzzahlung.

Für 2017 soll es dem Vernehmen nach wieder hohe Ausschüttungen geben - obwohl die Bank zuletzt hohe Verluste gemacht hatte. Die Ankündigung, das Jahr 2017 mit einem Verlust abzuschließen, hatte die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen in der vergangenen Woche stürzen lassen.

Schenck und ein weiterer Manager sollen mindestens 1,2 Milliarden Euro gefordert haben, berichtete zuletzt die "Wirtschaftswoche". Das Geldhaus nahm dazu nicht Stellung. Auch im "Handelsblatt"-Interview wurde die genaue Höhe der Zahlungen nicht genannt. "Wir haben eine gemeinsame Linie gefunden, die wir gut rechtfertigen können", sagte Sewing nur.

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Den erneuten Jahresverlust der Deutschen Bank sieht Schenck nach eigenen Angaben gelassen. "Wir haben immer gesagt, dass der Umbau unserer Bank mehrere Jahre dauern wird", sagte er. "Wir sind gerade mitten auf diesem Weg."

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