Dienstag, 21. November 2017

Cryans 7-Milliarden-Deal im Vergleich Sieben Milliarden Dollar - zahlt die Deutsche Bank zu viel?

Banker als "Slumlords": Wie die USA Großbanken rannehmen
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AFP

Nun muss die Deutsche Bank wohl doch nicht auf Hilfe Donald Trumps warten, dessen größte Gläubigerin sie ist. Noch mit der alten US-Regierung hat sie sich auf einen Vergleich im Streit um Hypothekengeschäfte geeinigt und damit ihr Risiko Nummer eins beseitigt (zumindest, wenn die Grundsatzeinigung von beiden Seiten befolgt wird). Es geht um ihren Anteil an der Verantwortung für die weltweite Finanzkrise.

Die Rechnung dafür: 7,2 Milliarden Dollar. Ist das jetzt viel oder wenig? Dafür gibt es verschiedene Maßstäbe.

14 Milliarden Dollar hieß die ursprüngliche Forderung des Justizministeriums, zuerst über das "Wall Street Journal" durchgestochen und dann von der Bank selbst in einem beispiellosen Akt öffentlich gemacht - verbunden mit einer Kampfansage: "auf keinen Fall" werde man "auch nur annähernd der genannten Zahl" zustimmen. Mit der Hälfte davon können beide Seiten ihr Gesicht wahren.

Aus Bankkreisen wurde im Lauf des Verfahrens der Ruf nach Gleichbehandlung laut: Die Justiz dürfe nicht zum Instrument der Standortpolitik werden, um europäische Konzerne zu behindern und amerikanische zu bevorzugen. Als Maßstab wurde oft die US-Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen genannt, die sich in der Immobilienkrise ähnlich verhielt wie die Deutsche Bank und größeres Gewicht im Markt hat. Die hatte im April einen Vergleich über 5,05 Milliarden Dollar geschlossen. Diese Benchmark ist aus Frankfurter Sicht also verfehlt.

Keineswegs unbedingt billiger davon kamen die heimischen Großbanken, die in den Vorjahren bereits Deals unterschrieben: die Citigroup Börsen-Chart zeigen für 7 Milliarden, JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen für 13 Milliarden, die Bank of America Börsen-Chart zeigen sogar für 16,65 Milliarden Dollar. Diese Banken haben den Nachteil, groß im heimischen Privatkundengeschäft zu sein und deshalb hohe Hypothekenbestände mit sich zu führen. Andererseits - wenn es um Verantwortung für die Krise geht, dürften sie sich weniger angesprochen fühlen als die Finanzmagier von Goldman Sachs und Deutscher Bank.

Für den Vergleich mit anderen Auslandsbanken gibt es noch wenig Beispiele. Am selben Tag wie die Deutsche Bank gab auch die - etwas kleinere - Credit Suisse Börsen-Chart zeigeneine Einigung mit dem US-Justizministerium bekannt: für 5,3 Milliarden Dollar. Soweit also in line. Andererseits hält der nächste Wettbewerber Barclays Börsen-Chart zeigen noch still und will es statt eines Vergleichs auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen. Das könnte am Ende noch viel teurer werden - oder auch, im Fall eines günstigen Urteils, gar nichts kosten.

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