Montag, 30. Mai 2016

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Offenbar 10 statt 6 Milliarden Rubel-Schwarzgeld-Skandal der Deutschen Bank weitet sich aus

Deutsche-Bank-Niederlassung in Moskau: Über die Niederlassung sollen Russen Rubel-Schwarzgeld in Höhe von bis zu 10 Milliarden Dollar gewaschen haben

Die Geldwäsche-Affäre der Deutschen Bank in Russland weitet sich aus: Dort dürften Kunden nach neuesten Erkenntnissen der Ermittler Rubel-Schwarzgeld in Höhe von insgesamt 10 Milliarden Dollar gewaschen haben, berichten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters unter Berufung mit der Sache vertraute Personen.

Bislang war von sechs Milliarden Dollar die Rede gewesen, allerdings wurden nun bei internen Untersuchungen weitere verdächtige Transaktionen aufgedeckt. Diese Ergebnisse habe die Bank in den vergangenen Wochen an internationale Behörden weitergeleitet, die sich den Fall ebenfalls anschauen. Dazu gehört unter anderem das US-Justizministerium.

Die Deutsche Bank wollte sich im Detail nicht zu den neuen Entwicklungen äußern, sondern verwies auf ihre bisherige Stellungnahme, wonach Aktienhandelsgeschäfte in Moskau und London untersucht würden, deren Gesamtvolumen "erheblich" sei.

"Die Untersuchungen der Deutschen Bank bezüglich eventueller Rechtsverletzungen, Verordnungen und Richtlinien sowie des internen Kontrollsystems sind noch nicht abgeschlossen. Zum aktuellen Zeitpunkt wurden bestimmte Verstöße gegen Bankverordnungen und Mängel im Kontrollumfeld der Deutsche Bank festgestellt." Gegen einzelne Personen seien disziplinarische Maßnahmen eingeleitet worden.

Schwarzgeld-Skandal kann Deutsche Bank noch viel Geld kosten

Bei der Geldwäsche-Affäre geht es vor allem um sogenannte Spiegelgeschäfte, bei denen russische Kunden Wertpapiere im Moskauer Büro der Bank gekauft und dann die identischen Papiere in Fremdwährungen über die Londoner Niederlassung des Instituts wieder verkauft haben sollen. Bei den jüngst entdeckten ähnlichen Deals soll es laut Bloomberg vor allem um Kaufaufträge in ähnlicher Art gegangen sein.

Die Russland-Affäre könnte die Deutsche Bank viel Geld kosten, insbesondere weil die US-Behörden ermitteln. Das tun sie immer dann, wenn der Dollar involviert ist. Inzwischen geht es aber auch um die Frage, ob Sanktionsverstöße vorliegen, weil eventuell Geschäfte mit Vertrauten von Russlands Präsident Wladimir Putin gemacht wurden.

Der neue Deutsche-Bank-Chef John Cryan, der die unzähligen Skandale des Hauses endlich abhaken will, hatte Ende Oktober gesagt, die Bank habe zwar Rückstellungen für die Affäre gebildet. Sie könnten aber möglicherweise nicht ausreichen, das Institut sei hier "verwundbar".

In Finanzkreisen heißt es, bei der Aufarbeitung der milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten zähle Russland aktuell neben US-Hypothekenklagen und Vorwürfen der Günstlingswirtschaft in Asien zu jenen drei Fällen, die der Bank am meisten unter den Nägeln brennen. Große Teile des Russland-Geschäfts, insbesondere im Investmentbanking, gibt die Deutsche Bank als Konsequenz aus den Unregelmäßigkeiten auf.

rei/reuters/dpa

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