Mittwoch, 27. Juli 2016

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Geldhaus Deutsche Bank feilt an neuer Strategie - Verkauf von Postbank denkbar

Deutsche Bank in Frankfurt: Deutschlands größtes Geldhaus muss sich neu erfinden

Die Deutsche Bank arbeitet an einer neuen Strategie: Der Vorstand soll bis spätestens Mai Ergebnisse vorlegen. Co-CEO Anshu Jain kann sich sogar eine Trennung von der Postbank vorstellen.

Hamburg - Der Vorstand der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen arbeitet an einer neuen Strategie für das Geldhaus. Dazu wird sich das Führungsgremium in den kommenden Wochen mehrfach zu intensiven Beratungen treffen, wie das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 19. Dezember) berichtet.

Möglicherweise schon im März, spätestens aber zur nächsten Hauptversammlung am 21. Mai, sollen die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Der Diskussionsprozess ist das Ergebnis der in mehrfacher Hinsicht enttäuschenden Entwicklung: So hat der Vorstand um die Co-Chefs Anshu Jain (51) und Jürgen Fitschen (66) seine Ziele verfehlt, die er ursprünglich im Rahmen der Strategie "2015+" angekündigt hatte. Auch die neuen, für das Jahr 2015 ausgegebenen Ziele halten Führungskräfte der Bank nur noch für schwer erreichbar.

Aktionäre machen Druck: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf 0,6 gesunken

Zudem hat sich der Aktienkurs deutlich schlechter entwickelt als bei den Konkurrenten: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis, das die Aktienperformance ins Verhältnis zum Eigenkapital setzt und als objektivstes Kriterium für den Zustand einer Bank gilt, ist auf rund 0,6 gesunken. An der Börse ist Deutschlands führende Bank also kaum mehr wert als die Hälfte ihres Eigenkapitals. Führende Aktionäre, darunter das Scheichtum Katar, haben nach Informationen von manager magazin in den vergangenen Wochen bei Jain ihren Unmut darüber formuliert.

Jain hält Verkauf der Postbank für denkbar

Im Auftrag des Aufsichtsrats soll der neue Strategiechef Stefan Krause (52) die Diskussion im Vorstand zur Strategie moderieren. "Denkverbote" gibt es nicht; klar ist aber, dass eine unveränderte Fortschreibung der alten Strategie "keine Option" ist. Die neue Strategie solle "konkrete Zeitpläne" und "feste Finanzziele" aufweisen, hat der Aufsichtsrat dem Vorstand aufgetragen.

Jain positioniert sich nach Informationen von manager magazin bislang abwartend. Intern hat er allerdings bereits signalisiert, dass er etwa den Verkauf der Postbank für denkbar hält. Das Geschäftsmodell halte er für "schwierig", wird er aus internen Diskussionen zitiert.

Die spanische Santander Börsen-Chart zeigen erneuert nach Informationen des manager magazins regelmäßig ihr Interesse an einer Übernahme der Postbank.

Auch die Wettbewerber denken um: Der Chef der britischen Barclays Bank, Antony Jenkins, hat in einem Interview der "FT" Zweifel daran geäußert, dass das Universalbankenmodell der Deutschen Bank noch tragfähig sei.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Januar-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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