Dienstag, 11. Dezember 2018

Elfter Verhandlungstag im Deutsche-Bank-Prozess Kirch-Erben zahlten Dieter Hahn 200 Millionen Euro - der wäscht seine Hände in Unschuld

Hahn (2012): 200 Millionen Euro vor Steuern

Je weiter der elfte Verhandlungstag fortschreitet, desto hitziger wird's im Gerichtssaal. Dieter Hahn ist da, die "rechte Hand" des 2011 verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch und dessen Speerspitze im Kampf gegen die Deutsche Bank. Hahn hat - mit Kirchs gesamtem Prozessteam um die Anwälte Wolf-Rüdiger Bub und Peter Gauweiler - Deutschlands größtes Geldhaus über 925 Millionen Euro gekostet; so viel zahlte die Deutsche Bank in einem Vergleich vergangenes Jahr an Kirchs Erben.

Über seine diversen Rettungspläne für die schlingernde Kirch-Gruppe berichtet der frühere Kirch-Geschäftsführer noch so bereitwillig wie langatmig. Als Eberhard Kempf, Verteidiger des früheren Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann, aber auf Hahns Beteiligung am Vergleichserlös kommt, wird der Zeuge wortkarg. Er wolle seine Vermögensverhältnisse nicht öffentlich diskutieren. Aber doch nur diese eine Transaktion, wirft Richer Peter Noll ein. Dies sei aber ein "erheblicher Vermögenswert, der weit über das Vermögen, das ich vorher hatte, hinausging", hält Hahn dagegen.

Noll versucht, ihn an seiner Ehre zu packen. Er wundere sich, "dass bei hoch erfolgreichen Menschen wie Ihnen die Nennung einer Summe als hochnotpeinlich empfunden wird". Würde es sich zudem um eine sehr hohe Summe über 100 Millionen Euro handeln, sei Hahn nahe an einer Rolle als Partei, seine Zeugenaussage also kaum als unabhängig zu werten. Hahns Anwalt beantragt noch den Ausschluss der Öffentlichkeit, doch es hilft alles nichts.

Nach einer halbstündigen Unterbrechung verfügt Richter Noll, dass der Betrag offenzulegen ist - und Hahn folgt.

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